Klärwasser heizt Wiener Haushalte

Betrieb ab 2023: Wien Energie errichtet eine Großwärmepumpe bei Ebswien Kläranlage, damit sollen 100.000 Haushalte geheizt werden.

Eine der leistungsstärksten Großwärmepumpen Europas am Gelände der Ebswien Kläranlage in Simmering entstehen. Die Anlage ist laut Aussendung ein wesentlicher Schritt, um Fernwärme für Wien künftig ausschließlich klimaneutral zu erzeugen. Bereits ab Mitte 2023 soll die Großwärmepumpe mit einer Leistung von 55 Megawatt bis zu 56.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme versorgen. Der Vollausbau mit 110 Megawatt-Leistung folgt bis 2027.

Die Großwärmepumpe wird komplett klimaneutral aus regionalen Energiequellen betrieben: Zwei Drittel der benötigten Energie kommen aus der Abwärme des gereinigten Abwassers der Kläranlage. Das letzte Drittel wird mit Ökostrom direkt aus dem benachbarten Donaukraftwerk Freudenau gedeckt. Um die Fernwärme klimaneutral zu machen, setzt Wien Energie neben Geothermie auf die Nutzung vorhandener Abwärme wie auch bei der Kläranlage. „Wir investieren hier rund 70 Millionen Euro in die klimaneutrale Zukunft der Stadt. Im Vollausbau steigern wir mit dieser Anlage den Anteil erneuerbarer Fernwärme um bis zu 14 Prozent“, so Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie.

Weg des Abwassers

Normalerweise fließt das Abwasser laut Aussendung nach der Reinigung in den Donaukanal, ab 2023 macht es davor noch einen Umweg in die Großwärmepumpenanlage: Dort stehen im Vollausbau sechs Wärmepumpen, die mit Wärmetauschern dem gereinigten Wasser rund 6 Grad Celsius entziehen. Diese geringe Temperatur kann Wien Energie in der hochkomplexen Anlage nutzen, um Wärme mit mehr als 90 Grad Celsius zu erzeugen. Diese Wärme fließt dann in Form von heißem Wasser über das Fernwärmenetz in die tausenden Wiener Wohnungen.

Keine Kommentare

Kommentar schreiben