Aus 3.500 Metern Tiefe ins Büro

120 Grad heißes Wasser aus einem unterirdischen Korallenriff erwärmt das Bürogebäude „Hatrium“ in Unterhaching.

Knapp ein Jahr nach dem Kauf des Bürogebäudes „Hatrium“ in Unterhaching intensiviert die Schwaiger Group ihre Revitalisierungsmaßnahmen am Gebäude. Nach ersten Refurbishment-Aktivitäten folgt ab September der Anschluss an die Geothermieversorgung des Ortes. Dadurch soll die gesamte Wärmeenergie des 29.000 Quadratmeter großen Bürokomplexes mit Erdwärme gedeckt werden. Nach Worten Wolfgang Geisingers, Geschäftsführer der Geothermie Unterhaching GmbH, profitiert der Ort von einer geologischen Besonderheit. Unterirdisch befindet sich ein riesiges einstiges Korallenriff, das heute mit Wasser gefüllt ist. Aus diesem Becken fördert eine 30 Megawatt-Anlage aus 3.500 Metern Tiefe pro Sekunde 120 Liter Wasser mit mehr als 120 Grad Celsius zu Tage.

Laut Wolfgang Panzer, 1. Bürgermeister Unterhachings, nutzen auch Unternehmen wie das Lebensmittelunternehmen Develey oder im Nachbarort der Halbleiterhersteller Infineon diese nachhaltige Energiequelle. In Unterhaching würden derzeit 14.000 der rund 25.000 Einwohner mit Geothermie versorgt. „Im Augenblick sind es 60 Prozent, möglich sind 75 Prozent“, sagt Panzer.

Der Anschluss an das Erdwärmenetz soll 2020 auch für den achtgeschossigen und 8.000 Quadratmeter großen geplanten Erweiterungsbau des Hatriums genutzt werden, so Michael Schwaiger, Geschäftsführer der Schwaiger Group. „Bekanntlich gehen rund 40 Prozent des hiesigen CO2-Bedarfs auf Immobilien zurück. Neben einer verbesserten Energieeffizienz durch Sanierung spielt die Energiequelle eine wichtige Rolle“, so Schwaiger.

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