Unterirdisches Autoregal

Die Errichtung eines unterirdischen Autoregals in Graz könnte näher rücken. Bis Ostern soll klar sein, welche Verfahrensart für die Genehmigung zur Anwendung kommen soll.

Den Grazer Architekten Guido Strohecker beschäftigen Auto und die Mobilität. Er möchte Autos unter die Erde verbannen. Fünf Standorte hat er für das von ihm konzipierte „Smart Urban Park System“ (SUP) derzeit in einer allgemeinen Untersuchung. Einer davon in Graz sei ganz konkret, dafür habe er auch einen Investoren, erklärt Strohecker im Gespräch mit Building Times: „Bis Ostern sollte klar sein, welche Art von Verfahren für die Genehmigung zur Anwendung kommen wird.“

Das ist gar nicht so selbstverständlich, denn Stroheckers Projekt war nach der überhasteten Präsentation durch den Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl vor eineinhalb Jahren kräftig zerzaust worden, weshalb der Planer öffentlich auf Tauchstation ging und die Planung in aller Stille vorantrieb. „Das System ist eigentlich simpel: Man fährt in eine Glasbox und stellt sein Auto ab. Alles weitere wird automatisch erledigt, das ist so schlicht wie eine Regalbefüllung.“

Zu sehen sei das System der deutschen Firma Palis in der VW Autostadt in Wolfsburg, wo zwei Autoregale stehen. „Das Novum besteht darin, dass bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist, damit unter die Erde zu gehen“, sagt der Architekt, der Autos, egal welchen Antriebs, von den Straßen wegbekommen möchte. Die Realisierung seines unterirdischen Autoregals in einem zylindrischen Schacht mittels Bohrpfählen sei bereits geklärt. „Das ist viel weniger aufwändig als eine Tiefgarage, der Brandschutz ist auch viel einfacher, weil im Turm ja keine Menschen sind, und es gibt auch keine Emissionen“, so Strohecker. „Deshalb kommen wir mit 25.000 bis 30.000 Euro pro Stellplatz aus.“ Auch E-Ladestationen und Carsharing seien integrier- und kombinierbar. Ein Investor für Graz sei fix, weiteres Investoren-Interesse sei vorhanden, so der Planer. „Wir haben Anfragen aus Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Stuttgart, alles Städte also, die mit der Feinstaub-Problematik kämpfen“, so Strohecker. Und in Singapur stelle sich die Thematik anders dar, dort wolle man in erster Linie des Straßenverkehrs Herr werden.

„Die jetzigen Tiefgaragen sind Old School. Am besten bringen wir alle unter die Erde, denn es werden nicht alle Verkehrsteilnehmer auf Öffis oder Fahrräder umsteigen. Deshalb müssen wir jetzt anfangen, um in fünf, sechs Jahren so weit zu sein“, prognostiziert der Architekt.

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