Planung an der Börse

Architektur kann man neuerdings mit Aktien kaufen, genauer gesagt Architektur von baumschlager eberle architekten, zusammengefasst in der Holding :be AG.

Die heute 13 Architekturbüros mit etwas mehr als 270 MitarbeiterInnen und Standorten in Lustenau, wo auch der Sitz der Holding ist, Vaduz, Wien, St. Gallen, Zürich, Hongkong, Berlin, Hanoi, Paris, Hamburg, 2 x Krakau und Athen firmieren unter dem Dach der :be Holding AG, deren Aktien neuerdings im Direct Market der Wiener Börse gehandelt werden. Dietmar Eberle, der bisherige Alleinaktionär des 1985 zusammen mit Carlo Baumschlager gegründeten Architekturbüros, ging Ende August mit 50 Millionen Stück Inhaber-Aktien an die Wiener Börse, wobei der Unternehmenswert mit 72,5 Millionen Euro und der Aktien-Stückpreis mit 1,45 Euro für 1 Euro Nominale angesetzt wurden.

Anfang Oktober kündigte der Professor an der ETH Zürich dann an, bis zu 1,39 Millionen Aktien an ausgewählte Mitarbeiter zu eben diesem Preis verkaufen zu wollen. An der Wiener Börse wurde das Papier gleichzeitig um 4,60 Euro pro Stück gehandelt bei einem Umsatz von 10.180 Stück. Bei Redaktionsschluss Ende November notierte die be-Aktie mit 4,64 Euro, nachdem sie zuvor ein Kurshoch von 4,72 Euro erreicht hatte.

Immobiliengesellschaft geplant

baumschlager eberle ist übrigens nicht die einzige österreichische Architekturfirma, die als AG organisiert ist, auch die ATP-Gesellschaften sind derart zusammengefasst, und zwar in der ATP Planungs- und Beteiligungs- Aktiengesellschaft. Das nun seit 36 Jahren bestehende Architekturbüro von Baumschlager und Eberle hatte die ersten 15 Jahre seinen Tätigkeitsschwerpunkt im Wohnbau und weitete dann einerseits in Kultur-, Verwaltungs- und Gewerbebauten und andererseits über die Grenzen aus. Carlo Baumschlager schied im Jahr 2010 aus dem Büro aus. Seit 2013 ist der Firmensitz in Lustenau, und zwar im Demonstrativbau „2226“, so genannt nach den Innentemperaturen 22 Grad und 26 Grad. Das Gebäude verzichtet auf jede Art von Heizung, Lüftung und Kühlung. „Mit dem Gebäudekonzept 2226 verfügt die :be AG über einen absoluten USP im Nachhaltigkeitssektor“ schreibt die AG und will mit diesem, der Architektur, sowie mit der Entwicklung und dem Betrieb eigener Bestandsimmobilien ihrer Aktie Wachstumsphilosophie einhauchen.

Jüngster Wettbewerbserfolg von Baumschlager Eberle Architekten ist der Gewinn eines zweistufigen Verfahrens um das europäische Filmzentrum Camerimage im polnischen Torún. Mit einem Volumen von 120 Millionen Euro ist das auch für die internationalen Vorarlberger eine neue Dimension im Bereich Kulturbauten.

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