Handelsbilanz-Hammer Energie

Die Kosten für Energieimporte steigen wieder. Im Sommer ließe sich viel Öl und Gas durch Solarthermie ersetzen.

Österreich importierte 2017 Energie im Wert von 10,7 Milliarden Euro, der Export betrug 2,8 Milliarden Euro. Damit bleiben unter dem Strich Ausgaben in der Höhe von 7,9 Milliarden Euro, die Österreich zum Verbrennen auslegt. Das entspricht rund 1.000 Euro pro Österreicher oder dem gesamten im Tourismus erwirtschafteten Überschuss. „Der Löwenanteil der Energie-Importe entfällt dabei auf die Einfuhr von Erdöl und Erdölprodukten mit 6,2 Mrd. Euro sowie den Erdgasimport im Umfang von 2,6 Mrd. Euro“, erläutert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Der Energieimport ist übrigens wieder deutlich teurer geworden. Gegenüber 2016 lagen die Zahlungen für Erdölimporte im Jahr 2017 um 19 % und für Erdgasimporte um 11 % höher.
Dass ein Teil dieser Importe nicht notwendig wäre, betont die Interessensvertretung Austria Solar. „Es ist absurd, es hat derzeit 30 Grad und trotzdem wird in rund 1,5 Millionen Heizkessel Öl und Gas für die Warmwasserbereitung verbrannt, ärgert sich Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar. Eine 4-köpfige Familie verbraucht rund 170 Liter Warmwasser pro Tag. Heizt sie mit Öl oder Gas, braucht sie dafür 400 Liter Öl oder 340 Kubikmeter Erdgas pro Jahr. „Eine einfache Solaranlage für Warmwasser ist in einem Tag montiert und liefert der Familie von Mai bis September kostenlose Energie. Wenn das viele Haushalte machen, könnte der Heizöl- und Erdgasverbrauch für Warmwasser in Österreich mehr als halbiert werden“, betont Hackstock.

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