Frisch herausgebaut

Variotherm hat 2,2 Millionen Euro in den Umbau und die Erweiterung des Bürotraktes in Leobersdorf investiert. Nachhaltig und sinnvoll, wie ein Lokalaugenschein zeigte.

Das 1979 gegründete Unternehmen Variotherm erwartet heuer einen Umsatz von gut 9,5 Millionen Euro. Etwas weniger als die Hälfte davon erwirtschaftet das 45-köpfige Team in Österreich, den Rest im Ausland, vornehmlich in Deutschland, Holland und Italien. Bei Bedarf produziert Variotherm rund um die Uhr und auch am Wochenende, denn die Maschinen arbeiten weitgehend automatisch und ohne Personal. So richtig hochgegangen ist der Umsatz seit dem Jahr 2000, weshalb schon in der Vergangenheit oft und viel gebaut wurde. Nun hat Variotherm-Eigentümer Alexander Watzek aber eine besondere Bauetappe abgeschlossen. Um 2,2 Millionen Euro wurde ein Bürotrakt neu gebaut und der Altbestand umgebaut sowie die gesamte Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht. Zudem wurden die Hallendächer der Produktion mit einer 760 m² großen PV-Anlage bestückt. Damit wird bilanziell so viel Strom erzeugt, wie im Unternehmen gebraucht wird.

Der 650 m² große Neubau wurde als Holz-Massivbau errichtet und natürlich mit allen möglichen Variotherm-Systemen ausgestattet. Fußböden, Decken und Wände werden zum Heizen und Kühlen verwendet und sorgen für ein angenehmes Raumklima. Insgesamt wurden in dem Projekt 125 Heiz- und Kühlkreisläufe verbaut. Das auch, weil der Bau da und dort auch Demozwecken dient. Die „gute Stube“, ein Besucherraum etwa, ermöglicht es, die Wirkung der Heiz- und Kühlsysteme innerhalb kurzer Zeit zu demonstrieren. Dahinter stehen im Haustechnikraum zwei Pufferspeicher, die jederzeit den Abruf der richtigen Temperatur ermöglichen. Ganz generell spielt die Gebäudetechnik im Denken und Schaffen von Watzek eine große Rolle. Dazu zählen neben Heizung, Kühlung und Lüftung auch die Beschattung, die Beleuchtung, die Steuerung und Visualisierung sowie die Akustik.

In all diesen Segmenten wurde ebenso wie beim Bau selbst Wert auf regionale Lieferanten und Partner gelegt. Die Smart-Home-Funktionen wurden durch mehrere Loxone-Server realisiert. „Es funktioniert, wir sind beim Lernen“, kommentiert der Chef die vernetzten Funktionen.

Bei der HKL-Regeltechnik spielen die frei programmierbaren Regler der technischen Alternative eine tragende Rolle. In Sachen Visualisierung sei man noch nicht im Endausbau angelangt, so Watzek. Auch wenn der Energiebedarf noch nicht visualisiert ist, gibt es eine Bedarfsrechnung. Bei 125 Kühltagen pro Jahr und einer gekühlten Fläche von 1.100 m²  (Bestand und Neubau) werde man auf Energiekosten von 1.520 Euro kommen. Erreicht wird das durch diverse Zusatzmaßnahmen. Die klappbaren Fassadenelemente etwa ermöglichen bei großer Hitze eine wirkungsvolle Abschattung und dienen geöffnet als Vordach, was den Eintritt der hochstehenden Sonne verhindert. Die Lüftung ist mit einem Wärmetauscher ausgestattet, womit die Zuluft vorkonditioniert wird. Und natürlich bedarf es für solche Resultate einer ordentlich ausgeführten Gebäudehülle.

Für den kreativen Part des Bauwerks zeichnet der Architekt Martin Rührnschopf verantwortlich, die Detailplanung und Bauaufsicht erledigten die Architekten Einfach3 aus wien. Die HKLS-Installation wurde von der Firma Kollar aus Lilienfeld erledigt, die Elektrotechnik machte die Firma Wallner aus Bad Vöslau und die Regeltechnik installierten die Mitarbeiter von der Jägersberger Antriebstechnik GmbH. Für den Trockenbau zeichnet die Firma rhtb verantwortlich, der Holzmassivbau kam von der Firma Hirschböck aus Hartberg.

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