Bedrohung Halbleitermangel

Der Mangel bei Halbleiterbauteilen bereitet auch der Gebäudetechnik und der Heizungsindustrie Sorgen. Hält die Krise länger an droht ein veritables Fiasko.

Die europäische Autoindustrie leidet massiv unter dem Mangel an Halbleitern. Der Gebäudetechnik droht ein ähnliches Szenario. „Wenn die Krise noch zwei oder drei Monate anhält, haben wir ein massives Problem“, sagt der Chef eines Systemintegrators. Gemeint ist die Verknappung bei Halbleitern und Elektronikbauteilen. Wenn nicht bald Nachschub zu vernünftigen Preise kommt, dann wird die Automatisierung deutlich teurer oder Projekte können wegen fehlender Komponenten nicht so wie geplant realisiert werden, so das Resümee des Experten.

Auch die Heizungsindustrie stöhnt

Das trifft nicht nur die Automatisierer, sondern auch die Heizungsindustrie, wie der Bosch Thermotechnik-Unternehmenssprecher Joerg Bonkowski gegenüber Building Times bestätigt. „Aufgrund unterschiedlicher Einflüsse kommt es auf dem weltweiten Beschaffungsmarkt zu einer Verknappung bei bestimmten Halbleiterbauteilen. Dieser Marktentwicklung kann sich auch Bosch Thermotechnik nicht vollständig entziehen. Hinzu kommen zusätzliche Verknappungen in der Lieferkette aufgrund eines Brandes in der Fertigung eines Halbleiterherstellers sowie witterungs- und coronabedingter Produktionsausfälle bei weiteren Herstellern“, teilt der Manager auf Anfrage mit.

Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Belieferung unserer Kunden trotz weiter angespannter Lage am Markt möglichst aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. „Durch die Nutzung von Lagerbeständen, das Erschließen weiterer Beschaffungsmöglichkeiten und vorausschauender Planung ist es bei Bosch Thermotechnik bislang aber weder zu Fertigungsstillständen noch zu kompletten Lieferausfällen bei von uns gefertigten Produkten gekommen“, so Bonkwoski.

Keine guten Aussichten

Eine kurzfristige Verbesserung der Situation sei nicht zu erwarten, so der Bosch-Manager. Er geht davon aus, dass die gesamte Industrie voraussichtlich auf Monate hinaus mit dieser unbefriedigenden Situation konfrontiert sein wird. Wäre der Engpass nicht gegeneben, wären eventuell höhere Absatzzahlen möglich, da die Nachfrage am Markt immens sei. 

 

 

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