Trauer um Gustav Peichl

Mit dem Ableben von Gustav Peichl - er nannte sich als Cartoonist auch Ironimus - ist Österreich einer der wichtigsten und auch kreativsten Architekten abhanden gekommen.

Peichl starb mit 91 Jahren nach kurzer Krankheit in seinem Haus in Wien-Grinzing. Peichl konzeptionierte unter anderem sieben ORF-Landesstudios, das Karikaturmuseum in Krems und die Messe Wien.
Peichls Schaffen wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Große Österreichische Staatspreis, der Mies van der Rohe Award, der Goldene Ehrenring der Kammer der Architekten und der Architekturpreis Berlin. In Berlin öffnete 2013 das Gustav-Peichl-Archiv, 2014 wurde in Wien erstmals der Gustav-Peichl-Preis für Architekturzeichnung ausgelobt.

Neben seiner ersten Passion, der Architektur, widmete sich Peichl auch einer weiteren Leidenschaft: Cartoons. Im Laufe seines Lebens hatte Peichl mehr als 12.000 Zeichnungen angefertigt und 30 Bücher herausgegeben. Das jüngste davon ist eben erst im August unter dem Titel „Offene Geheimnisse“ erschienen.

Bundespräsident Alexander van der Bellen würdigte in einer ersten Stellungnahme Peichl als „geniale Feder“: „Mit Gustav Peichl haben Architektur und Karikatur eine prägende österreichische Persönlichkeit verloren. Kreativ und kritisch hat er Jahrzehnte der Zweiten Republik künstlerisch geprägt und kommentiert. Seine vielen Begabungen haben ihren Niederschlag unter anderem in beeindruckenden Bauwerken gefunden, die bis heute Bestand haben. Gustav Peichl war im ganzen Land bekannt. Er hat sich auch immer wieder zum Zeitgeschehen geäußert und war eine wachsame Stimme, die Modernität und Tradition gleichzeitig verbunden hat.“ Auch von allen anderen Seiten aus Politik, Kultur und Gesellschaft wurde die Trauer zum Ableben Peichls bekundet.

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