Dynamik im Wohnbau sinkt

Weniger Baubewilligungen, aber sich stabilisierende Preise: Das Marktforschungsinstitut Branchenradar sieht eine moderate Abflachung des Wohnbaugeschehens.

Das Baujahr 2021 war geprägt von einer hohen Nachfrage, aber auch von Lieferengpässen und Preiserhöhungen bei vielen Baumaterialien sowie vom Fachkräftemangel. In der umfangreichen Analyse hat der Branchenradar verschiedene Aspekte beleuchtet. Die Aussichten für die Bauwirtschaft sind auch für das laufende Jahr positiv. Unter der Annahme sich konsolidierender Baupreise (nach Branchenradar-Berechnung geht man von einem Preisauftrieb um etwa vier Prozent aus), wächst die Bauproduktion nominell voraussichtlich um +5,8% gegenüber dem Vorjahr. Preisbereinigt erhöht sich die Bauleistung damit im Jahr 2022 nochmals um +1,8% geg. VJ. Erlösseitige Zuwächse gibt es in allen Bausparten. Wohnbau und Nicht-Wohnbau wachsen nahezu synchron um rund sechs Prozent geg. VJ. Die Baukosten steigen in der Projektion indessen nur noch äußerst moderat und im Wesentlichen nur noch aufgrund eines höheren Personalaufwands.

Weniger Baubewilligungen

Die Materialkosten korrigieren sich vermutlich leicht nach unten. Insgesamt rechnet der Branchenradar mit Kostensteigerungen von rund einem Prozent pro Jahr. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Baubeginne ist indessen durchwachsen. Abgeleitet von den Baugenehmigungen und unter Berücksichtigung der gebäude- und länderspezifischen Zeitverzögerung bis zum Baustart, erwartet man laut Analyse zwar im laufenden Jahr im kleinvolumigen Wohnbau einen nochmaligen Anstieg um +2,9% geg. Vorjahr auf rund 19.400 Wohneinheiten, insgesamt entwickeln sich die Baustarts im Wohnbau aber rückläufig. Im Vergleich zu 2021 rechnen der Branchenradar alles in allem mit rund 7.400 Wohneinheiten (-11,2% geg. VJ) weniger, da im Jahr 2022 im großvolumigen Wohnbau die Anzahl der Baubeginne auf rund 40.100 Wohneinheiten (-16,7% geg. VJ) sinkt. Zwar geht der Branchenradar im laufenden Jahr nochmals von einem volatilen Anstieg auf knapp 37.600 Wohneinheiten aus, dieser dürfte sich jedoch bereits im Folgejahr voraussichtlich auf unter 32.400 verkürzen.
Bei Einfamilien- und Zweifamilienhäusern wurde hingegen im Jahr 2021 mit rund 21.100 Neubaubewilligungen (Wohneinheiten) der vorläufige Zenit erreicht, ebenso bei Zu- und Umbauten mit 16.960 Genehmigungen. Der Branchenradar rechnen in beiden Fällen nicht, dass das Niveau zu halten ist. Vielmehr dürften sich bereits heuer die Neubaugenehmigungen bei Eigenheimen auf rund 18.800 und bei Zu- und Umbauten auf etwa 14.000 Wohneinheiten reduzieren.

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