Baustoffindustrie Plus 2,2 %, der Hochbau boomt

Die Konjunkturerhebung ist da: Die Baustoffindustrie legte 2019 um 2,2% auf 3,7 Milliarden Euro zu. Der Hochbau boomt: Beton, Zement und Ziegel legten allesamt um rund 6 Prozent zu. Zuversicht gibt die neue Regierung - wenn sie hält was sie verspricht.

Der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie präsentierte die Ergebnisse seiner Konjunkturerhebung, die er alljährlich unter seinen über 300 Mitgliedsunternehmen durchführt. „2019 erwirtschaftete die Baustoffbranche einen Umsatz von ca. EUR 3,7 Mrd. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,2% gegenüber dem Vorjahr. In Summe hat wieder der Hochbau das Gesamtplus gerettet. Schmerzhaft sind teils deutliche Rückgänge bei den hochspezialisierten, personalintensiven Industriezulieferern, bei denen die rückläufigen Zahlen in anderen Industrien durchschlagen“, so Geschäftsführer Andreas Pfeiler.

Verkehr und Hochbau im Osten, Tourismus im Westen

Im Osten des Landes waren es in erster Linie der Wohnungs- und Gewerbebau bzw. Infrastrukturprojekte in und rund um Ballungsräume (etwa die die A4, A5, S7), die für Zuwächse sorgten. In Westösterreich sorgten zusätzlich Investitionen der Tourismusbranche für ein Umsatzwachstum in fast allen bauaffinen Branchen.

Die wichtigsten Branchenergebnisse im Überblick

Die größten prozentuellen Zuwächse verzeichneten die Beton- und -fertigteilindustrie (+6,4%), die Zementindustrie (+6,3%) und die Ziegel- und -fertigteilindustrie (+5,9%). Bei den tiefbauabhängigen Schüttgütern gab es mehr Bedarf an Sand und Kies (+3,6%) und weniger an Schotter (-0,5%). Die Industriezulieferer mussten allesamt Rückgänge hinnehmen: die Feinkeramische Industrie (-6,9%), die Feuerfestindustrie (-6,4%) und die Schleifmittelindustrie (-1,4%).

Der neue Obmann des Fachverbands, Robert Schmid, skizziert die wichtigsten Stellhebel im neuen Regierungsprogramm für die Branche: „Die Sanierungsoffensive, die Nahverkehrsinvestitionen und der Fokus auf die Kreislaufwirtschaft sind zentrale Themen für uns. Wir können auf unterschiedlichsten Ebenen einen großen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten und gleichzeitig als Nahversorger einen Beitrag zu regionaler Wertschöpfung liefern“, so Schmid.

Enorme Potenziale im Gebäudebereich

„Wenn wir über klimaschonendes und energiearmes Heizen und Kühlen reden, schlummert in massiven Baustoffen ein gewaltiges Potenzial. Durch neue Technologien wie der Bauteilaktivierung werden massive Bauteile zum Einlagern von (erneuerbarer) Energie genutzt. Je nach Jahreszeit können Räume und ganze Häuser dadurch gekühlt oder geheizt werden“, skizziert Schmid. Die Gebäude der Zukunft könnten als Speicher für erneuerbare Energie genutzt und Teil der Energie-Infrastruktur werden. Externe Klimageräte würden der Vergangenheit angehören.

Um die Potenziale vollends heben zu können, wird eine Lebenszyklusbetrachtung bei der Bewertung von (ökologischen) Baustoffen erforderlich sein. Mineralische Baustoffe weisen über den gesamten Lebenszyklus die gleiche Ökobilanz wie organische Baustoffe auf. „Wenn das Regierungsprogramm die Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit der verwendeten Produkte fordert, sind wir die erste Wahl“, betont Schmid.

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