Startschuss für Gebäude aus Carbonbeton

Die Baugenehmigung für die Errichtung des weltweit ersten Gebäudes aus Carbonbeton ist erteilt.

Bis Ende 2020 soll es soweit sein. In Dresden wird ein außergewöhnliches, futuristisch wirkendes Gebäude aus Carbonbeton gebaut. „Die Erlangung dieser Baugenehmigung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, das erste, vollständig aus Carbonbeton errichtete Gebäude zu bauen.“ sagte der Bauherr des weltweit ersten Carbonbetongebäudes und Leiter des Institutes für Massivbau der Technischen Universität Dresden, Manfred Curbach.

Der 220 m² große Experimentalbau soll gleichzeitig auch als Versuchsstand dienen. Ursprünglich wird das Gebäude als Cube geplant, doch es bekommt architektonischen Schwung. Zwei symmetrisch gegenüber angeordnete Twist-Elemente bilden gleichzeitig den seitlichen, sowie oberen Raumabschluss und veranschaulichen das außerordentliche Anwendungsspektrum der Carbonbeton-Bauweise.

Mit diesem Gebäude wird verdeutlicht, dass herkömmliche Baukörper des Hochbaus nach aktuellem Stand der Technik bereits mit Carbonbeton erreicht werden können. Das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton ist das Leuchtturmprojekt des vom Bundeministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projektes C³ – Carbon Concrete Composite.

Carbonbeton bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Der vermutlich größte ist, dass die Betonschichten nicht mehr so dick sein müssen. Grund dafür ist der wegfallende Stahl, der nicht mehr vor Korrosionen geschützt werden muss. So sind beispielsweise Fassadenplatten oder Verstärkungsschichten mit Carbonbeton nur noch ca. 2cm statt mit Stahlbeton ca. 8 cm dick. Dies bedeutet 75 % weniger Material, das hergestellt, transportiert, eingebaut sowie verankert werden muss. Außerdem verbraucht Beton in der Herstellung nicht nur eine große Menge an Sand, es ist auch mit enormen CO2-Emmisionen verbunden. Carbon hat den Vorteil, dass es nicht rostet. Der neue Baustoff kann aus jedem anderen Stoff produziert werden, der Kohlenstoff enthält.

Weiters wird die Festigkeit und die Lebensdauer mit Carbon, gegenüber Stahlbeton, deutlich erhöht. Bestes Beispiel sind Brücken. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt, aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens, rund 50 Jahre, dann sollten sie saniert werden. Mit Carbon verlängert sich die Lebensdauer um mehrere Jahrzehnte.

Einen großen Nachteil bring Carbonbeton leider mit sich. Ein Kilogramm Stahl ist mit einem Euro in der Herstellung deutlich billiger als ein Kilogramm Carbonbeton, das in etwa 15-20 Euro kostet. Diese Zahlen verraten allerdings nicht die ganze Realität. Denn der neue Rohstoff ermöglicht eine deutliche Materialersparnis. Damit sinkt auch der Gesamtpreis durch das Bauprojekt. Wenn man die Langlebigkeit, Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Materials mit einbezieht, so gleichen sich die Kosten wieder aus.

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