Platinierte Gebäudetechnik

Mit Platin nach Ögni/Dgnb wurde kürzlich der oberösterreichische Gewürzriese Zaltech für seine Firmenzentrale in Moosdorf zertifiziert. Nach zweijährigem Betrieb steht fest: Die prognostizierten Energieverbrauchs-Werte werden weit unterschritten.

Mehr als ein Platin-Zertifikat nach ÖGNI/DGNB geht in Österreich derzeit nicht – und der oberösterreichische Gewürzriese Zaltech International in Moosdorf hat es soeben bekommen. „Wir freuen uns natürlich sehr über diese Auszeichnung“, ist Zaltech-Eigentümer Helmut Gstöhl im Gespräch mit Building Times sehr zufrieden. Er betont jedoch zugleich, dass man schon bei Planungsbeginn vor acht Jahren die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit erkannt habe. „Klar ist, dass die Nachhaltigkeit besondere Bedeutung gewinnt und auch für unsere Kunden wird Nachhaltigkeit immer wichtiger“, so Gstöhl. Der Neubau von Zaltech erreiche 70 Prozent Energie-Ersparnis gegenüber einem konventionell betriebenen Gebäude, sagt der Unternehmer, „und schafft mehr als 400.000 kg CO2-Ersparnis. Dafür müsste man 35.000 Bäume pflanzen“. Um das zu erreichen, wurden 4.000 Laufmeter Tiefenbohrungen ausgeführt und verlegt. Dazu kommen 4.000 Quadratmeter Betonkernaktivierung in Decken und Böden und eine 350 m² große thermische Solaranlage auf dem Dach.

„Die Sole aus den Bohrungen liefert uns 80 bis 90 Prozent der Kühlenergie in der Produktion, nur der Rest wird mit einer Wärmepumpe erzeugt“, die von Rudolf Pöschl (Rohrbach) kommt. „In der Übergangszeit wirkt der Erdspeicher, im Winter der Betonspeicher“, erläutert der Zaltech-Chef. Verwaltungs- und Seminarbereich haben, laut Gstöhl, Passivhaus-Standard, die Produktion Niedrigenergie-Niveau. Hochwertige Verglasung, LED-Beleuchtung und ein Gebäude-Leitsystem mit einer  Steuerungsplattform erwähnt der Bauherr fast schon nebenbei zu seinem Investment von 27,5 Millionen Euro.

Geplant hat die gesamte Konfiguration der Seekirchner Hartwig Dax mit seiner Optiplan, der glücklich mit seinem Auftraggeber ist: „Bauherr Zaltech und Herr Gstöhl persönlich waren beim ganzen Projekt sehr dahinter. So haben wir uns beispielsweise sehr lange nur mit der Ausrichtung des Gebäudes beschäftigt“, berichtet Dax. Den Clou aber schaffte der Bau mit der extrem niedrigen Heizleistung: „Die Normwerte lagen zwischen 450 und 550 kW und wir sind auf 250 kW gekommen. Jetzt ist die Wärme-/Kältemaschine mit 300 kW zwei Jahre in Betrieb und wir erreichen keine 150 kW Heizleistung – obwohl eine  Lüftungsmaschine mit 30.000 m³ Luftumwälzung pro Stunde läuft“.

Zaltech ist nach eigenen Angaben mit mehr als 1.200 kundenspezifischen Gewürzmischungen für europäische Fleisch- und Wurstwarenhersteller, die Fisch-, Käse- und Convenience-Food-Industrie sowie Backwarenhersteller einer der größten Gewürzhersteller Europas.

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