Wohin geht Quester?

Der Quester-Baustoff-Standort Wien Heiligenstadt steht Entwicklungsplänen der Signa im Weg. Über das Schicksal von Quester entscheidet inzwischen der Finanzinvestor Blackstone als neuer Eigentümer.

Dass die Signa-Gruppe des Immo-Investors Rene Benko rund um den früheren „APA-Turm“ in Wien-Döbling Großes vorhat ist seit längerem bekannt. Wie „immoflash“ berichtet sind laut Stadtentwicklungsplan fürs Quartier Gunoldstraße Süd vier Hochhäuser (50 bis 85 m hoch) und ein niedrigerer Baukörper geplant. Rund 111.000 m² Bruttogeschossfläche Büro/Gewerbe sowie ein Hotel sollen entstehen. Nun geht das Vorhaben in eine nächste Etappe. Wie „immoflash“ berichtet hat die Signa das benachbarte Areal des Baustoffhändlers Quester gekauft. Laut Kaufvertrag gingen für die rund 8.500 m² Fläche 21,7 Millionen Euro an den Eigentümer, die Familie Quester. Der Haken: Auf den ehemaligen Quester-Gründen logiert der gleichnamige Baustoffhandel, der rund 15 Jahren der CRH-Gruppe irischen gehörte. Diese hat ihre Bau- und Sanitärsparte und somit auch Quester erst kürzlich um 1,4 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Blackstone verkauft.

Der Quester-Standort Heiligenstadt ist einer von insgesamt 22 Standorten, die Quester hierzulande betreibt. Das Management dort will nichts von einer bevorstehenden Absiedelung des Standorts wissen. „Wir haben einen aufrechten Mietvertrag mit uns gibt es keine Gespräche“, erklärt ein für das Facility Management zuständiger Manager zu Building Times. Die offizielle Version: „Der Verkauf wurde durch die Fritz Quester Liegenschaftsverwaltung GmbH getätigt, die ein eigenständiges Unternehmen ist und nicht gemeinsam mit der Quester Baustoffhandel GmbH firmiert. Seitens der Quester Baustoffhandel GmbH, die nach wie vor den Standort Heiligenstädter Lände betreibt, gibt es daher in dieser Angelegenheit keine weiterführenden Informationen“, so die offizielle Stellungnahme von Quester.

Großes Größentreffen

Mit Signa und CRH stehen sich übrigens zwei richtig große Player gegenüber. Signa verfügt eigenen Angaben zufolge über ein Immobilienvermögen von 6 Milliarden Euro. CRH wiederum zählt rund 78.000 Beschäftigte, die 2018 einen Umsatz von 26,8 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Der Baustoff-Standort Heiligenstadt ist einer von rund 31.000 weltweit. Eine Absiedelung der Dependance erscheint also verschmerzbar.

Übrigens: Auch bei der Baufirma Kaim, die ebenfalls über Flächen verfügt, die die Signa bebauen möchte, gibt man sich wortkarg. „Uns wurde bislang kein Angebot unterbreitet“, so ein Vertreter der Baufirma. Das wundert, war Kaim doch selbst Teil der Projektgesellschaft, die vor der Signa Heiligenstadt in eine Immobilien-Goldgrube verwandelt wollte.

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