Was fehlt: Die Baugenehmigungen

Der Amtschimmel lahmt noch immer, österreichweit werden Bauverhandlungen sehr eingeschränkt durchgeführt. Wenn das so bleibt, drohen im zweiten Halbjahr weitere Umsatzeinbrüche, so Wienerberger-Chef Johann Marchner.

Aktuell werden in ganz Österreich nur sehr eingeschränkt Bauverhandlungen durchgeführt – teilweise infolge mangelhafter Ausstattung und Digitalisierung in den Behörden. Hält dieser Zustand noch weitere Wochen an, sehen auch der österreichische Ziegelhersteller Wienerberger und das Schwesterunternehmen Pipelife, Grund zur Sorge, dass dringend benötigte Baugenehmigungen fehlen. Das würde im zweiten Halbjahr 2020 zu weiteren Umsatzeinbrüchen für die gesamte Baubranche führen sowie den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten.

Planung steht, Genehmigung fehlt

Bereits laufende Bauprojekte sind derzeit gesichert, nach deren Fertigstellung droht das Auftragsvolumen jedoch drastisch abzunehmen, denn geplanten Projekten wird aufgrund fehlender Genehmigungsverfahren der Riegel vorgeschoben. Das gilt sowohl für den Hoch- als auch den Infrastruktur- und Siedlungswasserbau. Johann Marchner, Geschäftsführer Wienerberger Österreich und Franz Grabner, Geschäftsführer Pipelife Austria: „Auch für uns ist es sehr wichtig, dass Genehmigungsverfahren wie üblich weiterbearbeitet und abgeschlossen werden. Wenn dem nicht so ist, bedeutet das nicht nur für uns, sondern für die gesamte Baubranche sowie sämtliche Neben- und Zulieferbetriebe ab Spätsommer große Verzögerungen. Im Jahr 2021 drohen Gewerbe und Industrie folglich große Umsatzeinbrüche. Ein Aussetzen der Genehmigungsverfahren würde zudem die Beschäftigungssituation in Österreich nachhaltig negativ verändern. Hunderte, wenn nicht sogar tausende Arbeitsplätze im Bau- und Baunebengewerbe wären betroffen“, so die Firmenvertreter.

Rasches Handeln gefragt

Marchner und Grabner apellieren an die politischen Verantwortlichen, alle erdenklichen Maßnahmen zu treffen, die dazu beitragen, dass große und kleine Bauvorhaben rasch fortgeführt werden dürfen. Ruhend gestellte Verfahren seien zügig wieder aufzunehmen, um auch neue Projekte starten zu können. Zudem fordern die beiden Geschäftsführer so wie viele andere Branchenvertreter, darunter die Baulandesinnungen Steiermark, Wien und Tirol, die Verlängerung von Baugenehmigungen und Fertigstellungsfristen um ein bis zwei Jahre, um Projektentwickler der Immobilienbranche in dieser Phase bestmöglich zu entlasten.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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