Verbund beerdigt Contracting

Der vor drei Jahren geschmiedete Contracting-Allianz mit der deutschen Getec ist aufgelöst.

Die Verbund Getec Energiecontracting GmbH wurde mit Ende Jänner 2019 aufgelöst. Konkret hat der Verbund seinen 50%-Anteil an die Getec abgegeben. Das Unternehmen war Teil der Verbund Solutions GmbH, die sich mit dem Business abseits der Stromerzeugung und -verteilung beschäftigt.

Die Verbund Getec wurde gerade einmal drei Jahre alt. Gegründet im Mai 2015 wollten die zwei großen Partner Verbundgesellschaft und die deutsche Getec-Gruppe den Markt für Industriecontracting aufmischen. Geplant war, dass die gemeinsame GmbH Energieversorgungskonzepte entwickelt und die Konzeption, Planung und Finanzierung sowie den Bau und den Betrieb von Wärme-, Kälte-, Dampf-, Strom-, Druckluft- oder anderen Energieerzeugungsanlagen übernimmt.

Die Voraussetzungen dafür waren nicht so übel: Wenn der größte Stromversorger des Landes ein Joint Venture mit dem deutschen Contracting-Marktführer eingeht, sollte für die Sparmeister bei den großen Verbrauchern des Landes eigentlich ein attraktives Angebot entstehen. Aus dieser Ansage ist nichts geworden, die Verbund-Getec ist nie richtig ins Laufen gekommen. 2016 übernahm die Firma ein paar Anlagen in Vorarlberg mit einer Gesamt-Wärmeleistung von rund 4600 kW. Sonstige Schlagzeilen bleiben aus. „Der Markt wurde im Laufe der Geschäftstätigkeit unter anderem aufgrund des Zinsniveaus zunehmend unattraktiv. Im Zuge einer strategischen Fokussierung auf die „stromnahmen“ Dienstleistungen in den Bereichen Photovoltaik, Großspeicher und Wasserstoff wurde diesen Geschäftszweigen der Vorzug gegeben“, teilt der Verbund dazu mit.

Getec formiert sich neu

Was freilich nicht heißt, dass die Akteure nicht am Markt bleiben. Die Getec werde sich in Österreich neu aufstellen, so der Firmen-Sprecher Christian Faßelt auf Anfrage. Derzeit werde daran gearbeitet. Als Alleineigentümer habe man mehr Gestaltungsspielraum, meint er. Denkbar ist, dass die am Kärntnerring angesiedelte Getec-Tochter GEM – Gesellschaft für Energieversorgung und -management mbH und der Verbund-Getec-Rest zu einer Unit werden.

Und die Verbundgesellschaft hat mit Verbund Eco Net auch eine neue Spielwiese eröffnet. Bei Eco-Net handelt es sich um ein „Netzwerk aus Unternehmen, die regional und technologisch ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen und ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Reduktion des Energieverbrauchs, der Energiekosten und der CO2-Emissionen“, so der Verbund. Ausufernd groß ist das Netzwerk noch nicht. Mit an Bord sind die Firmen Andritz Hydro, Magna Powertrain, Ochsner Wärmepumpen, Hammer Alu Industrie, G. Coreth und PC Eletric. Sie alle erhalten laufende Unterstützung, Informationsaustausch und Potenzialanalyse. Das ist zwar nicht Contracting, aber verwandt.

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