Porr 2019: Mini-Gewinn, volle Auftragsbücher

Die Porr AG hat mit 2019 ein Konsolidierungsjahr hinter sich. Die Produktionsleistung blieb mit 5,6 Milliarden stabil, das Ergebnis (EBT) reduzierte sich im Vergleich zu 2018 aufgrund von Verlusten in Polen und Norwegen um 57,6 % auf 37,4 Millionen Euro. Die Dividende fällt aus. Hoffnung gibt der Auftragsbestand von 7,1 Milliarden. Und: Corona ist so gut wie over.

Die Porr AG schließt das Konsolidierungsjahr 2019 mit einem starken Auftragsbestand von über 7,1 Milliarden Euro ab. Die Produktionsleistung von 5,6 Milliarden Euro blieb auf dem hohen Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich drastisch auf 37,4 Millionen Euro.  Der Fokus auf die Heimmärkte wurde weiter ausgebaut, deren Anteil an der Produktionsleistung stieg auf 94 %. „Das vergangene Jahr hat Spuren in unseren Baumärkten hinterlassen. Das Ergebnis stellt uns nicht zufrieden, mit unserem Transformationsprogramm Porr 2025 ergreifen wir dafür konsequent die erforderlichen Maßnahmen,“ sagt Karl-Heinz Strauss, CEO der Porr. „Das wirtschaftliche Umfeld bleibt auch im Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie herausfordernd. Aber jede Krise ist auch eine Chance. Und diese werden wir aus einer führenden Position heraus wahrnehmen.“

Die Porr konnte im Jahr 2019 beim Auftragsbestand sowie bei der Produktionsleistung die Rekordwerte des Vorjahres wiederholen und erzielte eine Produktionsleistung von  5.570 Millionen Euro –  ein leichter Rückgang von -0,4 % gegenüber dem Vorjahr. In den meisten wichtigen Märkten konnten aber Marktanteile gewonnen werden. Wesentliche Treiber waren die Zuwächse in Deutschland, Österreich und Schweiz. Diese Heimmärkte seien auch weiterhin allesamt Wachstumsmärkte, so Strauss. Um das Wachstum auch auf die Strecke zu bringen, fordert er eine Aufhebung der sommerlichen Bausperren in den heimischen Tourismusgemeinden.

Der Auftragsbestand blieb mit einer Höhe von  7,1 Milliarden Euro nahe dem Rekordwert des Vorjahres. Der Auftragseingang belief sich auf  5,5 Mrd. Euro und folgt der selektiven Akquisitionsstrategie. Die Porr möchte die bereits begonnene Konsolidierung konsequent fortsetzen, um die Pipeline mit werthaltigen Aufträgen in den Heimmärkten zu füllen und sich so für die Zukunft zu rüsten. Neben einer Vielzahl von Projekten im Hochbau gewann die Baufirma insbesondere im Infrastrukturbau neue Aufträge. Den größten Auftragseingang im Jahr 2019 verzeichnete die Porr in Polen mit dem Design-Build-Auftrag zur Modernisierung der Bahnlinie LK131 zwischen Kalina und Rusiec Lódzki.

Null-Dividende

Der Aufsichtsrat und der Vorstand sind gemeinsam zu dem Ergebnis gelangt, dass die Ausschüttung einer Dividende in der aktuellen, durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten Situation nicht geboten ist. Dies stelle keine Abkehr von der kontinuierlichen Dividendenpolitik der Porr dar, die im Regelfall eine Ausschüttungsquote von 30 % bis 50 % vorsieht, sondern trägt der historisch einmaligen Ausnahmesituation der COVID-19-Pandemie Rechnung, so der Konzern.

Corona ist over

Auf deutschen und polnischen Baustellen bewirkte der Virus kaum Bauunterbrechungen. Nun wird auch hierzulande wieder fest gebaut, so der Porr-Chef. Derzeit würden rund 90 Prozent der Vor-Corona-Bauleistung erbracht, es sollten demnächst wieder 100 Prozent sein. Die Porr braucht übrigens keine Charterflüge und keine Sonderzüge um Arbeiter ins Land zu bringen. „Unsere Mitarbeiter sind mobiler, die Reisebeschränkungen sind aufgehoben und unsere Kollegen aus Osteuropa arbeiten wieder“, so Strauss. Nicht so in Leverkusen, wo die Arbeiten für die Rheinbrücke stillgelegt wurde. Der Auftraggeber hat das Projekt wegen Mängel bei den aus China stammenden Stahlteilen gekündigt.  Die Porr hat bislang rund 80 Millionen Euro an Leistung erbracht und wertet die Stillegung des 300 Millionen-Projektes als „freie Kündigung“. Das Unternehmen werde deshalb alle Forderungen geltend machen, dafür sei man rechtlich gut aufgestellt, so Strauss.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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