Politik füttert totes Pferd

Der Klima- und Energiefonds fördert Solaranlagen in Privat- und Gewerbeimmobilien mit 2,8 Millionen Euro.

Im Einfamilienhaus-Segment ist die Solarthermie Vergangenheit. Seit geraumer Zeit versuchen die Hersteller deshalb ihre Technologie im Bereich der Gewerbeimmobilien zu positionieren. Der Erfolg ist bislang überschaubar, die pro Jahr installierte Kollektorfläche sinkt seit Jahren.

In den letzten zehn Jahren hat der Markt absatzseitig mehr als siebzig Prozent des seinerzeitigen Volumens verloren. Der Branchenumsatz bei Solarwärme lag 2017 bei 180 Mio. Euro, 2018 bei 168 Millionen, wie zuletzt intern kommunizierte Zahlen zeigen. Das obwohl nie wirklich mit Fördergeld gegeizt wurde. Was auch weiterhin so bleibt. „Um die Installation von Solaranlagen anzukurbeln und Wissen über deren optimalen Betrieb zu sammeln, startet der Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundeministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) erneut eine Förderoffensive.

Konkret gehen die Programme „Solarthermie – solare Großanlagen“ für Gewerbeimmobilien sowie „Demoprojekte Solarhaus“ für private Ein- oder Zweifamilienwohnhäuser in die Verlängerung. 2,8 Millionen Euro Förderung stehen zur Verfügung. Das ist nicht wirklich viel, aber bedenklich. Wenn eine seit Jahrzehnten technisch nahezu unveränderte Technologie einen Schubser braucht, um auf das Dach zu kommen, läuft etwas falsch.
Daran ändert auch die Erklärung des Klimafonds, dass man mit der nun neu aufgelegten Förderung Wissen für den optimalen Betrieb von Solaranlagen sammeln möchte, nichts. Wenn das Wissen nach mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung nicht da ist, kann man getrost behaupten, dass es niemals kommen wird.

Nicht falsch verstehen, die Solarthermie ist gut und schön und macht in den warmen Monaten des Jahres reichlich warmes Wasser. Wer das braucht, soll sie installieren, eine Förderung braucht es dazu nicht. Es sei denn man fördert gerne Hoteliers und Unternehmer, was offenbar der Fall ist. Die finden neuerdings offenbar Gefallen am Steuergeld. In den letzten Jahren waren die Großanlagen-Förderprogramme wenig gefragt, das ist jetzt anders.
Das Großanlagen-Förderprogramm des Klimafonds 2018 war zu 50 % überbucht. Unter den Projekten sind renommierte Unternehmen wie Ikea, Wien Energie und das Rote Kreuz NÖ. Das Interesse an solarer Wärmeversorgung im großen Stil ist also im Steigen begriffen – zumindest so lange Bares vom Staat kommt.

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