OIB 6 als Klimakiller?

Der Entwurf der OIB-Richlinie 6 eliminiert die Gebäude-Effizienzklassen A+ und A++.

„Die Neufassung der OIB-Richtline 6 vom Juni hat das Ziel die Mission 2030 im Gebäudesektor komplett auszuhebeln“, fürchtet Günter Lang, Geschäftsführer von Passivhaus Austria. In der Klima- und Energiestrategie „Mission 2030“ sei klar festgehalten, dass der Baustandard für Neubau und thermische Sanierung laufend an den besten verfügbaren Standard anzupassen sei, erklärt Lang. Genau das Gegenteil sei jedoch mit der OIB-RL 6 vorgesehen, sagt er. Dort sei unter Punkt 7 eine Neuskalierung des Energieausweises vorgesehen. Die Energieklassen A+ und A+ soll es künftig nicht mehr geben, die Einstufung erfolgt in den Klassen A – G. Nachdem im OIB-Entwurf keine Nachjustierung vorgesehen ist, sei künftig die Klasse A mit einem Heizwärmebedarf von 25 kWh/m2a das Maß aller Dinge, kritisiert Lang. Die Klassen A+ und A++ mit einem HWB von 15 bzw. 10 kWh/m2a kommen im Neuentwurf der OIB-Richtlinie nicht mehr vor, obwohl dieser Standard seit nunmehr gut 25 Jahren erprobt und tausendfach gebaut wurde, erklärt der Lobbyist.
In seiner 12-seitige Stellungnahme kritisiert er weiters, dass im OIB-Entwurf der Primärenergiebedarf (PEB) von Gebäuden mit 80 kWh/m2a viel zu hoch angesetzt sei. In Dänemark liegt dieser Wert bei 20, in Frankreich bei 50, selbst in Kroatien und Bulgarien liegen die Werte unter 45 kWh/m2a.

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