Klimaanlagen: Boom und Zerstörung

Die natürliche Klimaanlage Boden wird täglich weniger, zugleich boomen Klimaanlagen, die die Umgebung zusätzlich wärmen.

Die anhaltende Hitze fegt die Regale leer. Der Absatz von Klimageräten lässt die Kassen der Händler klingeln. Dass jede verkaufte Klimaanlage die Umgebung zusätzlich wärmt, ist eine Nebenwirkung des Booms.
Mindestens so gravierend ist aber die Reduktion der natürlichen Klimaanlage Boden. Die fortschreitende Bodenversiegelung ist auch ein Grund für Hitze, so eine Warnung der Österreichische Hagelversicherung. Nirgends in Europa gibt es derart viele Einkaufszentren, Parkplätze, Straßen und leerstehende Industrie- und Gewerbeimmobilien wie in Österreich. Das sind Flächen, die versiegelt sind, und somit kein Wasser aufnehmen und kein CO2 speichern können.

Dazu kommt auch der Aspekt, dass versiegelte Flächen Hitze stärker aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Die natürliche Kühlung durch Verdunstung ist nicht mehr vorhanden. Besonders im städtischen Bereich ist das massiv spürbar und als „urban heat island effect“ bekannt. Aber auch im ländlichen Raum, wo die Zersiedelung der Orte vorangetrieben wird und Ortskerne vergreisen, führen diese versiegelten Flächen schon zu Temperaturerhöhungen. Täglich gehen in Österreich durchschnittlich 20 Hektar Boden durch Bauwerke verloren. „Wir fordern als Naturkatastrophenversicherer einen bewussteren Umgang mit unserer natürlichen Ressource Boden. Weniger Äcker und grüne Wiesen bringen schwerwiegende Konsequenzen mit sich“, stellt Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, fest.
Er fordert eine Beschränkung des Bodenverbrauchs auf 2,5 Hektar pro Tag, eine Revitalisierung leerstehender Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien und die Einrichtung einer österreichweiten Leerstandsdatenbank. Weiters sollte künftig mehr in die Höhe gebaut werden und nicht mehr in die Fläche.

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