Kehrer wollen Melder

Wiener Rauchfangkehrerinnung fordert Brandmelder im Altbau.

„Um die Sicherheit in unserer Stadt möglichst hoch zu halten, braucht es eine größere Disziplin der Wiener Bevölkerung in den Wohngebäuden und einige Maßnahmen in Alt- und Neubauten“, appelliert Christian Leiner, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer bei der Pressekonferenz Anfang September.
Denn der Rauch ist giftiger geworden und 2/3 der Brandopfer sterben an Rauchgasvergiftung. Leiner fordert daher verpflichtend Brandmelder im Altbau, denn diese sind bisher nur im Neubau vorgeschrieben. Nach einigen Jahren mit stark rückläufigen CO – Unfällen, wird seit 2017 wieder ein Anstieg verzeichnet, denn das jährliche
Geräteservice werde nur mangelhaft oder gar nicht durchgeführt.

Mit Einführung der jährlichen Luftverbundüberprüfung im Rahmen der Hauptkehrung (2012) reduzierten sich Kohlenmonoxid – Unfälle und Todesopfer um 85 Prozent. „Leider werden die Menschen wieder nachlässig, wenn weniger Dramatisches passiert. So wird die Sicherheitsvorsorge wie die Gerätewartung, gar nicht, verspätet oder nur mangelhaft, teilweise sogar von unseriösen Billigstanbietern durchgeführt“, resümiert Leiner. 2017 mussten mit 7.895 Anlagen um etwa 25 Prozent mehr wegen „Gefahr im Verzug“ gesperrt werden als noch im Jahr davor. Etwa 2/3 dieser defekten Anlagen wurden wegen erhöhter CO – Werte gesperrt. Auch die Anzahl der CO – Unfälle stieg
um 17 Prozent gegenüber 2016 und es gab wieder ein Todesopfer. Leiner: „Es ist uns bewusst, dass Wartungen von seriösen Fachbetrieben ihren Preis haben. Aber es geht um Menschenleben. Jeder dessen Heizanlage in den letzten 12 Monaten noch nicht gewartet wurde, sollte dies rasch durchführen lassen.“

Dass das Engagement der Rauchfangkehrer für Brandmelder ganz uneigennützig erfolgt, ist unwahrscheinlich. Vielleicht hoffen die schwarzen Männer auf eine Überprüfungspflicht der Melder, die ihnen künftig ein Zubrot bringen soll.

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