Grünes Licht für Osram-Übernahme

Der Beleuchtungskonzern Osram ermöglichte am Mittwoch das schon seit Wochen im Raum stehende Übernahmeangebot des steirischen Chipherstellers ams. Noch gibt es aber Skepsis bei den Bayern.

Osram hat den Weg frei gemacht für ein Übernahmeangebot der ams AG. Vorstand und Aufsichtsrat des Lichttechnikriesen haben gestern das bestehende Stillhalteabkommen aufgehoben und eine Kooperationsvereinbarung mit dem Chiphersteller aus Premstetten bei Graz unterzeichnet. Das laut Osram bis Anfang Oktober laufende Angebot der ams soll bei 38,50 Euro pro Aktie liegen und eine Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent haben. Das Angebot soll noch vor Ablauf des Angebots von Bain Capital und The Carlyle Group, die 35 Euro je Aktie angeboten hatten, am 5. September 2019 beginnen. Die ams will das Offert der beiden Finanzinvestoren mit kolportierten 4,3 Milliarden Euro überbieten. „Wir freuen uns, das Übernahmeangebot zu starten“, kommentierte Alexander Everke, CEO von ams.

Osram möchte mehr Überzeugungsarbeit

Die neue Kooperationsvereinbarung der beiden Unternehmen sieht nun Schutzbestimmungen für Mitarbeiter und wesentliche Unternehmensteile vor. ams bekannte sich laut Osram bereits zur Aufrechterhaltung bestehender Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und ähnlichen Abmachungen. Ebenso sollen bestehende Pensionspläne vollumfänglich erhalten werden. München würde Co-Hauptsitz mit globalen Stabseinheiten bleiben. Osram wird auch nach der Übernahme unter dem bestehenden Namen weitergeführt und als Marke erhalten bleiben.

Osram will ams zudem mehr Gelegenheit geben, Vorstand und Aufsichtsrat von der Ausrichtung der Geschäfte, der globalen Standortstrategie und dem Integrationskonzept zu überzeugen. Zu diesen Themen konnte aus unterschiedlichen Gründen noch kein ausreichendes Verständnis erzielt werden. „Insbesondere die Integration eines Industriekonzerns mit fast vier Milliarden Euro Umsatz und einer Präsenz in rund 70 Ländern durch ein deutlich kleineres Unternehmen ist eine herausfordernde Aufgabe“, heißt es seitens des Münchner Unternehmens.

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