Expansion und Zukunftssicherung

Um rund zehn Millionen Euro baut der Salzburger Elektrounternehmer Herbert Kreuzberger eine neue Firmenzentrale. Zur Expansion, als Zukunftssicherung für seine Söhne und mit Platz für Fremdfirmen.

Ab Oktober wird die Firmengruppe des 53-jährigen Salzburger Elektro-Unternehmers Herbert Kreuzberger in der Lagerhausstraße in Wals ihren Sitz haben, um auf wesentlich vergrößerter Betriebsfläche weiter expandieren zu können. Und zur Zukunftssicherung für seine Söhne Andreas (20) und Alexander (22) werden sich auch drei Fremdfirmen einmieten.

In dieses ehrgeizige Zukunftsprojekt investiert Kreuzberger, der die heutige HK-Elektrik GmbH 1993 zusammen mit seiner Frau gegründet hat, rund zehn Millionen Euro. „Das Grundstück und der Altbau, früher eine Halle der AFS Logistic Solutions, haben rund 3,5 Millionen Euro gekostet, den größeren Rest stecken wir in den Neubau und in die Ausstattung“, berichtet Kreuzberger im Gespräch mit Building Times.

Sechs Firmen unter einem Dach

Nach der Fertigstellung werden die drei Kreuzberger-Betriebe HK-Holding, HK-Elektrik und Bio electric Planung und Errichtung von Kleinkraftwerken GmbH, bei denen der Unternehmer Alleineigentümer ist, einziehen. Zudem bietet der Bau Mietflächen für den Autoersatzteil-Großhändler Derendinger, den Elektrogroßhändler Sonepar Österreich und der Personaldienstleister FlexGuide. „Ab jetzt haben wir eine Immobilienfirma in Planung“, ergänzt Kreuzberger. Denn seit gut einem Jahr seien die Söhne in der Firma und „da haben wir beschlossen, noch ein bisschen aufs Tempo zu drücken“, ergänzt der Senior, der in Österreich 30 bis 35 Mitarbeiter beschäftigt und rund zehn bis 15 ständige Mitarbeiter eines polnischen Personaldienstleisters. Der Umsatz der HK-Gruppe pendle zwischen fünf und sieben Millionen Euro, die in Österreich und Deutschland erzielt würden, gibt Herbert Kreuzberger an, der sich gut ausgelastet sieht, auch wenn es durch die Pandemie zu Verschiebungen gekommen sei und vor allem die Stadthotellerie auf der Bremse stehe.

Von 0 bis 30.000 Volt

In der HK-Elektrik „machen wir alles von 0 bis 30.000 Volt. Wenn außergewöhnliche Lösungen gefragt werden, dann ist man bei uns richtig. Wir machen alles vom klassischen Industriebau, über unterbrechungsfreie Stromversorgungen, den Schaltanlagenbau, Notlichtanlagen, Spezialbauten und den hochwertigen privaten Wohnbau bis zu Hochspannungsanlagen bis zu 30.000 Volt“, erläutert der Firmenchef. In der Bio electric „haben wir mit Rapsöl-Verbrennungsanlagen begonnen, die in Deutschland sehr gefragt waren, die wir aber bald aufgegeben haben, und machen heute Photovoltaik- Anlagen, Batteriespeicher, Notlicht-Anlagen und den Verteilerbau“.

Modulbauweise von b_solution

Die Bestandsobjekte, eine 2.400 m² große Halle und ein Bürogebäude mit 700 m², werden in den nächsten Monaten komplett ausgehöhlt und aufgestockt, sodass ab Herbst zusätzlich 1.000 m² Bürofläche sowie eine Hausmeisterwohnung auf der Halle zur Verfügung stehen werden. Dazu kommen weitere 1.370 m² Büroflächen samt einer 130 m² großen Geschäftsführer-Wohnung im vierten Obergeschoß des Bürogebäudes.

„Geheizt und gekühlt wird über eine Grundwasser-Wärmepumpe. Eine PV-Anlage sorgt für Eigenstrom.“

Ausgeführt werden die Um- und Ausbauarbeiten von b_solution, dem Modulbauzweig von Binderholz. „Die erste, individuell planbare Systemlösung mit vorgefertigten Massivholz-Komponenten“, wie Binder das System beschreibt, mit Wandmodulen, Decken und Dächern aus Brettsperrholz sowie der b_box, einem vorgefertigten Raummodul, das alle haustechnischen Installationen sowie die Nassräume enthält. „Mittel-Leichtbau“ nennt Herbert Kreuzberger diese Bauweise.

Haustechnik State of the Art

Die Haustechnik wurde State of the Art von „Kreuzberger und Söhnen“ geplant, die Detail-Ausführung wurde HSG Schattauer in Golling übertragen. Beheizt und gekühlt werde über eine Grundwasser-Wärmepumpe und Fußbodenheizung und -kühlung, sagt der Chefplaner, die Kühlung noch verstärkt durch Jalousien und Keramiklüfter. Bei zu wenig Heizleistung bei Spitzenlast komme eine Gastherme ins Spiel. Gekühlt werde pro Stockwerk zonenabhängig nach den Himmelsrichtungen, die Regelung erfolge komplett über KNX. Eine PV-Anlage mit E-Tankstellen sowie die Speicherung von Überschussstrom in geparkten E-Fahrzeugen komplettieren die Ausstattung.

In die Zusammenarbeit mit b_solution in Hallein setzt Herbert Kreuzberger große Erwartungen: „Wir haben einen Kombi-Hybridverteiler für die b_box, der ist das Steuerungselement. Für Schwachstrom ist das der Router oder Switch mit TV-Verteiler, weiters werden die klassischen Elektro-Anforderungen erfüllt und schließlich auch jene des Nassteils, das heißt Fußbodenverteiler und Warmwasser-Aufbereitung. Das ist alles in die b_box integriert, wofür wir die Regelung machen und liefern. Derzeit haben wir mit Binder gerade eine Baustelle in Berlin“, nennt Kreuzberger ein aktuelles Projekt.

„Meine Frau und ich wollen das Unternehmen so übergeben, dass es für eine gute Auslastung und 50 bis 70 Mitarbeiter gerüstet ist – an einem perfekten Standort“, fasst der Elektriker und Immobilien-Investor zusammen. Seine Söhne will er in den nächsten Jahren beteiligen.

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