Die Baustellen-Realität

Der Manager eines Holzbaubetriebes skizziert, wie es derzeit um Baustellen steht: Zuerst zeigen Bauherren Verständnis für Baustopps. Nach ein paar Tagen folgt der Hinweis darauf, dass keine Mehrkosten entstehen dürfen. Und danach kommt die Aufforderung zum Weiterbau samt Pönaledrohung.

„Wir haben unsere Baustellen zu 80 Prozent eingestellt und betreiben 20 Prozent auf Sparflamme“, erklärt der Spitzenmanager eines großen Holzbaubetriebes Montag nachmittag im Gespräch mit Building Times. Weshalb der wegen seiner Sachkenntnis geschätzte Fachmann lieber anonym bleiben möchte, wird aus der nachstehenden Situationsbeschreibung nur allzu verständlich.
„Dort wo wir in der Schlussphase der Arbeiten sind, arbeiten wir weiter“, erklärt er. Insgesamt sei die derzeitige Situation von mehreren Momenten geprägt : „Im ersten Moment haben alle Verständnis, wenn wir zum Schutz unserer Arbeiter einstellen wollen, im zweiten Moment, so nach zwei oder auch drei, vier Tagen heißt es dann, ‚Ja, aber es dürfen für uns keine Kosten entstehen‘ und im dritten Moment wollen die Auftraggeber dann doch, dass der Bau nicht eingestellt wird. Und das reicht bis zu Pönale-Androhungen. Solche Schreiben haben wir bekommen“.

Er versuche, die Situation zwischen den rechtlichen Grundlagen und dem Hausverstand abzuwickeln, meint der Holzbauer, und formuliert eine Formel zur Bewältigung der verfahrenen Situation, denn der Baugipfel am Montag hat ja kein Ergebnis erbracht: „Bei Kostenaufhebung wäre alles erledigt. Jeder trägt seine Kosten und kann diese reduzieren. Es gibt einerseits keine Pönale und andererseits keine Nachforderungen“.

Und außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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