Der Preis, wie abgesprochen

Staatsanwaltschaft tritt dem Straßenbau-Kartell näher.

„Wir kooperieren vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden“. Diesen Satz muss in den heimischen Baufirmen jede Sekretärin spontan und fehlerfrei parat haben. Er wird oft gebraucht, zuletzt wieder bei den zwei Bauriesen Porr und Strabag. Ermittelt wird, so die Staatsanwaltschaft, wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen. Das Verfahren dazu ist nicht neu, sondern die jüngsten Hausbesuche gründen auf Durchsuchungen, die bereits im Mai 2017 bei zahlreichen österreichischen Bauunternehmen stattfanden. Seither ist ein Jahr vergangen, obwohl die betroffenen Firmen die Behörden so tatkräftig unterstützen, wie es nur geht.

Der Großteil der vermuteten Preisabsprachen bezieht sich auf den Verkehrswegbau, betrifft also die öffentliche Hand. Worum es konkret geht erklärte der Chef der Bundeswettbewerbsbehörde Theodor Thanner im Ö1-Radio. Danach handelt es sich um „ein sehr, sehr großes Ermittlungsverfahren“. Und es hätten sich mehrere Kronzeugen gemeldet und ihre Informationen über das große Kartell offengelegt, das österreichweit agiert habe.  Was es trozt der vielen Datensätze und Schriftstücke freilich nicht gibt, sind Hinweise darauf, dass auch oberste Führungsebenen der Baufirmen involviert sein könnten, so Thanner. Damit könnten die Leithammel der Bauindustrie einmal mehr verschont bleiben. Alles andere wäre auch heftig für die gesamte Branche, denn immerhin ermitteln die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft und die Bundeswettbewerbsbehörde insgesamt gegen rund 50 Firmen.

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