Corona & Lüftung: Keine Gefahr

Frischluft-Anlagen stellen keine Corona-Ansteckungsgefahr dar, so der Innenraumanalytiker Peter Tappler. Auch der deutsche Bundesindustrieverband der technischen Gebäudeausrüster sieht keine Gefahr durch Klima und Lüftung.

Wird der Corona-Virus über die Lüftung in großen Gebäuden in die Räume gebracht? Das ist eine Frage, die sich viele Nutzer von Bürotürmen und ähnlichen Großbauten stellen. „Nein, das Gegenteil ist der Fall, eine gut gewartet Lüftungsanlage stellt eine Gesundheitsvorsorge dar“, sagt dazu Peter der Innenraumanalytiker und Gerichtssachverständige Peter Tappler.

„Wenn es sich um eine Frischluftanlage handelt, braucht man keinerlei Bedenken haben, so der Experte. Das sei auch gut wissenschaftlich belegt, so Tappler, der gerade dabei ist einen Fachbeitrag dazu zu verfassen. Bedenklich seien lediglich Kreislaufanlagen, bei denen die Luft im Kreis geschickt werden, so Tappler. Diese seien „Keimschleudern“, sind aber so gut wie nicht mehr in Verwendung, wie Tappler betont.

Lüftungs- und Klimaanlagen in Gebäuden sind heute so konzipiert, dass eine Verbreitung von Viren ausgeschlossen werden kann, bestätigt auch Günter März vom deutschen Bundesindustrieverband der technischen Gebäudeausrüster in einem WDR-Interview. Virusübertragungen seien tröpfchenbasiert, Zu- und Ablaufanalgen kommen nicht mit Tröpfchen in Berührung, so der Experte.

Lüftungen arbeiten mit ganz geringer Luftgeschwindigkeit, erklärt auch Christian Steininger, Gebäudetechnikplaner bei Vasko & Partner. Deshalb sei eine Verbreitung selbst dann unwahrscheinlich wenn ein Virale Verunreinigung gegeben sei. Mit schneller Luft arbeiten aber Heißluft-Händetrockner, die in Fachkreisen nicht unumstritten sind.

Hauptübertragung Mensch zu Mensch

„Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung stellt den wichtigsten Infektionsweg dar. Neben den Sekreten des Atmungstraktes und Speichel könnten auch Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten (Blut, Rippenfellflüssigkeit, Gelenkspunktate, usw.) infektiös sein“, so die AGES, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH.

Auch die Wiener Linien beruhigen: „Alle U-Bahn-Züge sowie die modernen Niederflurstraßenbahnen verfügen über eine komplett geschlossene Kabine, die gerade in dieser Situation einen guten Präventivschutz bietet“, so die Wiener Linien. Zusätzlich wird auf die tägliche Reinigung der Garnituren verwiesen: „Das beinhaltet auch das Auskehren der Wagen und die gründliche, feuchte Reinigung aller Flächen, mit denen Fahrgäste in Berührung kommen (z.B. Haltegriffe, Haltestangen etc.). Zudem werden die Böden in jedem Fahrzeug mindestens einmal wöchentlich aufgewaschen“, so das Unternehmen.

„Eine Ausbreitung es Corona-Virus über die Klimaanlage ist nach gegenwärtigem Wissenstand nicht zu erwarten“, betont auch die deutsche Bahn.

1 Kommentar

Norbert Nadler:
19. März 2020 um 11:05 Uhr

Selbst wenn keine Viren aus der Lüftungsanlage kommt, so kann doch durch einen Nebeneffekt die Virenübertragung begünstigt werden. Dieser stellt sich ein, wenn durch zu hohe Volumenströme im Winter die Luft zu trocken wird. Viren können sich dann an Schwebstoffteilchen fest machen, die dann nicht mehr zu Boden sinken. So ist es jedenfalls bei den Influenza-Viren.

Man muss also in solchen Aussagen unterscheiden zwischen Lüftungs- und Klimaanlagen bzw. ob Filterung und/oder Befeuchtung vorhanden ist.

Kommentar schreiben