Forschungsbau mit Eigenheiten

Am Grazer Campus Inffeldgasse entsteht um rund 15 Millionen Euro ein "Electronic Based Systems Center". Mit 16 Tiefensonden wird die Erdwärme genutzt. Die BIG ist Dienstleister, Bodner baut.

Wenn die Kellerdecke schon betoniert ist, kann man schwerlich noch einen Grundstein legen, weshalb soeben auf dem Campus Inffeld der TU Graz die Gründungsurkunde für das neue EBS-Center (Electronic Based Systems Center) in eine Stahlkapsel gesteckt wurde.

Der siebenstöckige Bau soll noch heuer in Betrieb gehen und wird rund 15 Millionen Euro kosten. Das neue Forschungszentrum wird rund 4.600 m² umfassen, auf denen Labors, Werkstätten, Büros und Seminarräume Platz finden. Die Hälfte davon soll universitären Spin-Offs sowie Klein- und Mittelbetrieben der Mikroelektronik zur Verfügung stehen. Bei der Urkunden-Hinterlegung hofften die Beteiligten, dass das EBS-Center „eine neue Landmark auf dem Campus Inffeld“ werde.
Beheizt und gekühlt wird mit Erdwärme, zu deren Gewinnung 16 Geothermie-Sonden 150 Meter tief in den Boden gebohrt wurden, und zum Schutz vor sommerlicher Überhitzung werden außenliegende, vertikale Lamellen vor den Bürogeschoßen angebracht. So weit ist das state of the art. Geplant hat eine Arge aus Alles Wird Gut und Fritsch Chiari (Wien).

Anders als bei sonstigen universitären Neu- und Umbauten tritt die BIG hier aber nicht als Errichter, sondern „nur“ als Dienstleister auf, über den Weg eines Baurechts-Vertrags, weil sie Grundeigentümerin ist, nicht aber an der Finanzierung beteiligt. Diese liegt, und das ist äußerst selten, ausschließlich bei der TU Graz und dem Land Steiermark, sowie der EU.

Die zweite „Anomalie“ besteht darin, dass die Tiroler Bodner Bau aus der Ausschreibung als Bestbieter hervorgegangen ist und damit anscheinend ihre Aktivitäten massiv auch auf die Steiermark ausdehnt, nachdem sie Salzburg in den letzten Jahren bereits aufgerollt hat.

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