Baumängel-Hitliste

Die häufigsten Fehler am Bau betreffen die Gewerke Elektrik und Beleuchtung, die Haustechnik sowie Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen.

Auch beim Brandschutz und im Trockenbauarbeiten werden viele Fehler gemacht. Diese Erkenntnisse beziehen sich mehrheitlich auf Immobilienprojekte mit Mischnutzung, Wohn-, Büro- und Handelsobjekte sowie Hotels und öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser.

Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage, die PlanRadar Anfang 2019 unter seinen 3.500 Nutzern durchgeführt hat – rund 160 Nutzer nahmen an der Umfrage teil. Drei Viertel der teilnehmenden Unternehmen gehören zu den Clustern Architektur und Planung, Ingenieure und Bau-Technik oder zu bauausführenden Firmen. Darüber hinaus nahmen Bauträger und Projektentwickler, Projektsteuerer, Property bzw. Facility Manager sowie die örtliche Bauaufsicht an der Befragung teil.

Bereits Planungsfehler verursachen einen hohen zusätzlichen Aufwand. „Die gute Auftragslage bei Planern und ausführenden Unternehmen und die einhergehende Überlastung der handelnden Personen führt immer häufiger zu unkonzentrierten und übereilten Arbeiten“, kritisiert Sander van de Rijdt, Geschäftsführer und Mitgründer von PlanRadar. „Die Häufigkeit auftretender Mängel sagt allerdings noch nichts über deren Bedeutung aus. Insbesondere Gewerke, die bei falscher Ausführung im Zweifel Gefahren für Leib und Leben auslösen, wie zum Beispiel Elektrik oder Brandschutz, müssen auch unter Zeit- und Kostendruck professionelle und qualitativ einwandfreie Ergebnisse abliefern“, so Van de Rijdt weiter.

Die schwerwiegendsten Mängel treten vor allem beim Brandschutz und in der Planung auf. Rund jeder dritte Fehler beim Brandschutz und jeder fünfte in der Planung wird von den Projektbeteiligten als schwerwiegend eingeschätzt. Auch Mängel an der Fassade (20 Prozent), am Dach (16 Prozent), bei den Fenstern/Verglasungen (15 Prozent) und bei den Trockenbauten sowie beim Rohbau (je 14 Prozent) sind oft schwerwiegend. „Den Großteil unserer Nutzer kostet die Bearbeitung der auftretenden Baumängel laut deren Aussage bis zu fünf Stunden Arbeitszeit pro Woche“, erläutert Van de Rijdt weiter. „Rund jedem Vierten gehen zwischen sechs und zehn Stunden verloren und jeder Zehnte beziffert den Mehraufwand durch das Management von Baumängeln sogar auf mehr als zehn Stunden pro Woche.“
Die Hälfte der Befragten schätzt, dass durch digitales Management und Dokumentation von Baumängeln bis zu fünf Arbeitsstunden pro Woche eingespart werden könnten, rund jeder fünfte sieht eine Zeitersparnis von sechs Stunden und mehr im Rahmen des Möglichen. Die Mehrkosten, die durch das Auftreten und Beheben von Baumängeln verursacht werden, belaufen sich für jeden fünften Projektbeteiligten auf mindestens zwei Prozent der Bausumme. Ebenfalls jeder fünfte beziffert sie auf ein bis zwei Prozent der Bausumme.

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