Bäume, die auf Dächern wachsen

Bauexperte Christian Lorenz weiß, wie sich der Hitze in Gebäuden bereits mit der richtigen Planung entgegenwirken lässt. Mit dem richtigen Know-how beim Bau lässt es sich auf Klimaanlagen verzichten.

Die Hitze hat Österreich fest im Griff und das Temperaturniveau wird vermutlich auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Das ist nicht nur an den Klimatabellen abzulesen. Auch die Hamsterkäufe von mobilen Klimageräten und das Hinaufschnellen des Stromverbrauchs während der Sommermonate unterstreichen die aktuelle Situation. Eine Möglichkeit, um die Wärme aus den Gebäuden zu halten und gleichzeitig für Kühlung dichtverbauter Gebiete zu sorgen, bieten die häufig anzutreffenden Flachdächer: „Wenn die Behörde intensive Gründächer vorschreiben würde, dann wäre das sehr gut für das Klima“, blickt Ziviltechniker Christian Lorenz vom Zivilingenieurbüro Lorenz Consult in die Zukunft. Intensiv umfasst nicht nur den Bewuchs mit Kakteen und Bodendeckern wie bei extensiven Gründächern, sondern auch die Dach-Bepflanzung mit Laubbäumen: „Das wäre wirklich sinnvoll für unser Klima. Leider ist diese Form noch selten anzutreffen, da sie auch wartungsintensiver ist“, so Lorenz.

Alternative Konzepte zu Klimaanlagen

Dabei gibt es schon bei der Planung und beim Bauen alternative Konzepte, um sich eine Klimaanlage zu sparen: „Es gilt, so zu planen, dass keine sommerliche Überwärmung zustande kommt – das wird jetzt bereits behördlich vorgeschrieben“, weiß Lorenz. Seine Erfahrung, wie es sich energieeffizient bauen lässt, fließt unter anderem bei Krankenhäusern und im Anlagenbau ein. Derzeit zeichnet Lorenz Consult für den Neu- und Umbau der Chirurgie Graz in Niedrigstenergie-Bauweise verantwortlich. Der Grazer Bauexperte empfiehlt, auf die Natur statt Klimaanlagen zu setzen: „Alternative Konzepte sind vorhanden und vielfältig. Ich nenne hier nur Geothermie oder solare Kühlung.“ Richtiges Bauen mit dicken Wände, die als Speichermasse dienen, sorge zudem für ein angenehmes Raumklima. Wer Beton statt Leichtbau oder dicke Ziegel- oder Trockenbauwände verwendet, sei auf der sicheren Seite. „Da braucht es auch keine Dämmung aus Styropor“, so Lorenz.

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