Zementproduktion ohne CO2?

Ein neues Zementherstellungsverfahren des MIT setzt elektrolytisches Verfahren zur gezielten Abtrennung ein.

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben – laut einer aktuellen Aussendung – eine neue Methode entwickelt, die die CO2-Emissionen bei der Herstellung von Zement auf nahezu Null drücken soll. Dazu setzen die Forscher ein elektrolytisches Verfahren ein. An der Elektrode, an der Sauerstoffperlen emporsteigen, ist das Wasser sauer, an der anderen Elektrode, die Wasserstoff produziert, ist es basisch. Der neue Prozess basiert auf gemahlenem Kalkstein, der in der Natur abgebaut wird. Im Elektrolyseur geht das Pulver dort in Lösung, wo die Säure entsteht, und wandelt sich um in Kalk (Kalziumhydroxid) – das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Zement. An der anderen Elektrode wird reines CO2 frei, das abgetrennt wird.

Normalerweise wird Kalk durch Erhitzen des Kalksteins auf etwa 1.450 Grad Celsius gewonnen. Als Brennstoff dienen Erdgas, Kohle oder Ersatzbrennstoffe. Bei diesem Prozess wird pro Tonne Zement eine Tonne CO2 frei. Das addiert sich auf drei bis vier Milliarden Tonnen pro Jahr, sagt Yet-Ming Chiang, Professor für Materialwissenschaften und Engineering am MIT.
Bisher funktioniert der neue Prozess jedoch nur im Labor. (BT, pte)

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