TU Graz will Klimaneutralität

Die TU Graz hat eine Roadmap für ihren Weg zur Klimaneutralität bis 2030 verabschiedet. 11 Millionen Euro sollen dazu beitragen.

Mit dem Programm „Klimaneutrale TU Graz 2030“ zählt die TU Graz zu den Vorreiterinnen unter Österreichs Hochschulen und investiert bis 2030 auf Basis aktueller Berechnungen rund 11 Millionen Euro in dieses Ziel. Die Grundlage für die Roadmap bildet eine vollumfängliche Treibhausgasbilanz (THG) der TU Graz, von der universitären Infrastruktur bis hin zum Mobilitätsverhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Demnach betrugen die Gesamtemissionen der TU Graz für das Jahr 2017 knapp 22.000 tCO2-Äquivalente. Den größten Anteil an den Gesamtemissionen hat gemäß THG-Bilanz der Strom mit knapp unter 8.000 tCO2e, gefolgt von Dienstreisen der rund 3.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit etwa 5.100 tCO2e, den geplanten Neubauten mit 5.000 tCO2e und der Wärmeversorgung mit etwas über 4.000 tCO2e pro Jahr. Diese THG-Emissionen möchte die TU Graz innerhalb der nächsten Dekade drastisch reduzieren.

Intelligente Maßnahmenbündel zum Erfolg

Im Energiemanagement setzt die TU Graz auf Energieeinsparungen durch Effizienzsteigerung und auf die Produktion von grüner Energie On- und Off-Campus. So werden Dachflächen am Campus Inffeldgasse im großen Stil mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet und die Beteiligung an externen PV-Anlagen und Windparks geprüft. Zudem bezieht die TU Graz schrittweise und ab 2025 ausschließlich Strom aus 100 Prozent zertifizierten erneuerbaren und regionalen Quellen. Bei Neubauten kommen Wärmepumpen und Erdwärmespeicher zum Einsatz und die Abwärme-Nutzung etwa von Großrechenanlagen wird optimiert. Allein mit diesen Maßnahmen erreicht die TU Graz eine Emissions-Reduktion von über 12.000 tCO2e pro Jahr. Bei Neubauten setzt die TU Graz im Schulterschluss mit der Bundesimmobiliengesellschaft BIG auf die klimaoptimierte Errichtung nachhaltiger Universitätsgebäude auf Basis des Positionspapiers der Allianz Nachhaltige Universitäten.

Das Mobilitätsmanagement der TU Graz, das auf der Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV fußt, wird weiter forciert und die Anreize für den Umstieg auf sanfte Mobilitätsformen weiter erhöht. Für Elektroautos werden über 200 E-Ladestationen am Campus errichtet und das E-Carsharing-Angebot weiter ausgebaut. Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs durch TU Graz-Mitarbeitende wird ab 2022 additiv gefördert. Parkberechtigungen für die drei Campus-Standorte werden künftig nach strikteren Vorgaben vergeben. Mit diesen Maßnahmen im Mobilitätsmanagement erzielt die TU Graz Einsparungen von 1.200 tCO2e pro Jahr.

Nach dem Motto „Stay Grounded – Keep Connected“ wird ein Kulturwandel an der TU Graz angestrebt, um auch die Zahl der Dienstreisen weiter zu reduzieren. Über ein eigenes Monitoring-Tool werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre individuelle CO2-Bilanz abrufen können und dort, wo es sinnvoll und möglich ist, sollen Videokonferenzen Dienstreisen ersetzen.

Kompensation nicht vermeidbarer THG-Emissionen

Übrig bleiben rund ein Drittel, nämlich 8.000 tCO2e pro Jahr an nicht vermeidbaren THG-Emissionen. Dafür sieht die TU Graz Kompensationsmodelle vor. Diese reichen von Anschubfinanzierungen für emissionsmindernde Forschungsprojekte bis hin zu Projekten zur CO2-Bindung aus der Atmosphäre.

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