Heißer Markt für Klimageräte

Mit jedem Hitzesommer steigen auch die Verkäufe von Klimaanlagen. Laut Insidern könnte die Branche heuer um bis zu 25 Prozent zulegen. Building Times hat bei den Herstellern nachgefragt.

Die Temperaturen steigen – die Verkaufszahlen für Klimageräte auch. Das beschert der Branche satte Umsatzzuwächse. Laut Yasin Kodak, Inhaber der Firma Climastore GmbH wirken die heißen Sommertage als Turbo für das Business. „Sobald es ein paar Tage sehr warm ist, läutet bei uns das Telefon öfter“, so Kodak im Gespräch mit Building Times. Der Wiener Großhändler schätzt, dass die gesamte Branche heuer um 20 bis 25 Prozent zulegen wird. Tatsächlich plant laut einer Umfrage von Marketagent.com (für compera.at) bereits jeder dritte Österreicher in den nächsten zwei Jahren den Kauf eines Klimagerätes. In Wien ist es sogar jeder Zweite. Zwei Drittel aller Österreicher sollen noch gar kein Klimagerät besitzen. Es ist also ganz klar ein Wachstumsmarkt.

Auch bei Daikin Austria spürt man den „deutlichen Aufschwung“ des Business in Österreich, wie Klaus Koller General Manager Sales bei Daikin Austria betont. Einen großen Anteil daran habe die Marktentwicklung im Privatkundenbereich. „Die Hitzewellen in den Sommermonaten mögen vielleicht zu dieser Entwicklung beitragen. Vielmehr jedoch spielt das steigende Komfortbedürfnis der Menschen eine große Rolle“, so Koller. Damit würde sich die „Klimagerätekultur“ in Österreich, die historisch nicht besonders ausgeprägt war, klar verändern.

Bei den Wachstumszahlen ist man auf Herstellerseite aber generell noch verhalten. Samsung-Österreich Sprecherin Réka Bálint schätzt vorsichtig einen „2-stelligen Prozentbereich“ – das aber nur, wenn man den Begriff Klimaanlagen auch auf Wärmepumpen ausdehne. Letztlich handle es sich im Klimaanlagen-Bereich um ein reines Saisongeschäft, das stark von den Sommertemperaturen abhänge. „Wenn bis spätestens Mitte Juli keine längere Hitzewelle entsteht, ist für die laufende Saison mit massiven Umsatzeinbrüchen zu rechnen“, so Bálint. 2019 dürfte dieser Rechnung gemäß ganz gut laufen, da der heurige Sommer in der vorläufigen ZAMG-Bilanz bereits als zweitwärmster der 253-jährigen Messgeschichte gilt – auch Platz Eins ist noch möglich.

Weltweit prognostiziert die IEA ein steiles Wachstum des Klimaanlagenmarkts. Schon heute entfallen rund 20 Prozent des globalen Stromverbrauchs in Gebäuden auf Kühlung, morgen könnten es bis zu drei Mal so viel sein, so die IEA in ihrer Studie „The Future of Cooling“.

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