Fernkälte: Das Netz wächst

Der Fernkälteausbau schreitet voran und das Netz hat eine Länge von 25 Kilometern erreicht. Bis 2026 werden in Wien, Linz, Klagenfurt und St. Pölten weitere 133 Millionen Euro investiert.

Sommerliche Hitzewellen stellen insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen eine Herausforderung an Wohlbefinden und Gesundheit dar. Immer mehr Unternehmen und Organisationen wollen gekühlte Räume. Das beflügelt nicht nur den Markt für Kliaanlagen, auch die Fernkälte wächst. Die Gesamtlänge des österreichischen Fernkältenetzes erreichte mit Ende 2020 knapp 25 Kilometer – ein Plus von rund 13 Prozent beziehungsweise von drei Kilometern zum Jahr davor. Drei Viertel des österreichischen Fernkältenetzes befindet sich in Wien.
Fernkälte wird zentral erzeugt und über Leitungen in die Gebäude gebracht. Im Vergleich zu herkömmlichen Klimageräten spart Fernkälte rund 70 Prozent Energie und 50 Prozent CO2. Seit 2009 hat sich der Verkauf an Fernkälte annähernd versiebenfacht. Die installierte Fernkälteleistung erreichte per Ende 2020 etwas mehr als 160 Megawatt (MW). Kleiner Wehrmutstropfen für die Anbieter: Aufgrund des geringerenKühlenergiebedarfs gab es 2020 einen knapp 11-prozentigen Rückgang beim Kälteverkauf.

Kälte erricht Bundesländer

Neben dem Fernkälte-Hotspot Wien, wo inzwischen rund 300.000 m2 Flächen mit Fernkälte gekühlt werden, erreicht die Technologie langsam auch die Bundesländer. Projekte laufen auch in Linz und Niederösterreich. Die oberösterreichische Hauptstadt bekommt eine neue Fernkältezentrale. Auf dem ehemaligen Areal von „Wick & Söhne“ entsteht ein neues Verwaltungsgebäude der Linz AG mit Umspannwerk und Fernkältezentrale.
Auch in den niederösterreichischen Landeskrankenhäusern in Baden, Mödling und Mistelbach wurden bereits Fernkälteanlagen realisiert. Im Bezirk Mödling wird auch das Gebäude der EVN-Direktion mit Fernkälte versorgt. In Graz wird Fernkälte in ein Industriekundennetz eingespeist. Auch in Klagenfurt wird 2022 die Fernkälte Gebäude versorgen. In Summe sollen zwischen 2021 und 2026 österreichweit weitere 133 Millionen Euro in den Fernkälteausbau fließen. Im Fokus stehen dabei Ausbau und Verdichtung bestehender Fernkältenetze.

So funktioniert Fernkälte

Die Erzeugung der Fernkälte erfolgt zum Teil mit Strom und zum größten Teil in Absorptionskältemaschinen. Diese nutzen Abwärme aus Industrie, KWK-Anlagen oder der Abfallverbrennung. Wie bei der Fernwärme, werden die Objekte zentral versorgt oder auch dezentral – dann wird eine Kältezentrale beim Verbraucher errichtet. Isolierte Rohre transportieren das auf fünf bis sechs Grad Celsius gekühlte Wasser zum Kunden, mit etwa 16 Grad Celsius fließt es zur neuerlichen Abkühlung wieder zurück.

 

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