Corona: So geht es Ziviltechnikern

Eine aktuelle Umfrage zeigt: 79 Prozent der Ziviltechniker erwarten Umsatzeinbußen, 31 Prozent sind von Kurzarbeit betroffen, aber Kündigungen sind mit 7 Prozent die Ausnahme. Und 85 Prozent erachten die vorhandene IT-Infrastruktur für Home-Office als ausreichend.

Die Bundeskammer der Ziviltechniker (ZT) hat innerhalb der Berufsgruppe der Architekten und Zivilingenieure eine Umfrage durchgeführt, um aus der Corona-Krise resultierende Engpässe und Probleme der Büros und ihrer Mitarbeiter zu identifizieren. Schwerpunkte der Umfrage sind die Auswirkungen der Krise auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, die Ausführung von laufenden und zukünftigen Projekten sowie die Arbeitssituation im Unternehmen und auf der Baustelle. Die Umfrage wurde in kürzester Zeit von etwas mehr als 1000 Ziviltechnikern beantwortet.

Starke Arbeitgeber

Trotz erwarteter Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise, die 79% der Antwortenden erwarten, ist wohl eines der erfreulichsten Signale, dass Kündigungen bisher sehr selten als Maßnahme ergriffen (7%) wurden und etwa nur 22% diese für die Zukunft, aber in Abhängigkeit von der Dauer der Krise, erwägen. 31% geben an, dass ihr Unternehmen von Kurzarbeit betroffen ist, 23% erwägen die Beantragung von Kurzarbeit.

Von der Krise weniger betroffen?

Ein vorsichtig positives Signal: 80% der Rückmeldenden halten eine Liquiditätssicherung des Unternehmens aktuell für nicht erforderlich. Einen starken Rückgang der Aufträge erwarten 66% durch private Auftraggeber, 46% durch öffentliche Auftraggeber. Bei 29% haben private Auftraggeber und bei 9% öffentliche Auftraggeber angekündigt, offene Honorare nicht innerhalb des sonst üblichen Zeitraums zu begleichen. Aus den Kommentaren zu diesem Punkt geht aber gleichzeitig hervor, dass die Zuversicht betreffend die Liquidität des Unternehmens sehr wohl davon abhängt, wie lange die Krise noch andauert.

Beeinträchtigung von Projekten

72% geben an, dass ihre Arbeiten aufgrund aktueller Baustopps der Auftraggeber oder der ausführenden Unternehmen (69%) nicht fortgesetzt werden. Zu Vertragskündigungen seitens der Auftraggeber sei es jedoch nur bei 9% gekommen. Pönalforderungen (4%) und Schadensersatzforderungen seitens der Auftraggeber wurden bisher nur bei unter 3% der Betriebe gestellt. Bei 70% kam es zu einer Verschiebung des Projektbeginns durch Auftraggeber. Auftragsverzögerungen würden zudem häufig (77%) durch die eingeschränkte Erreichbarkeit von EntscheidungsträgerInnen entstehen. 65% sehen Lieferengpässe bei ausführenden Unternehmen als Grund für Projektbehinderungen.

Aktuelle Arbeitssituation und Hygienemaßnahmen

Die Einhaltung des Sicherheitsabstands von einem Meter sowie die notwendigen Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz, also in den Büros, einzuhalten hält die überwiegende Mehrheit für unproblematisch. Die notwendige IT-Infrastruktur für Online Meetings und Videokonferenzen sehen 85% als jederzeit gegeben. 77% geben an, ihren Mitarbeitern die notwendige IT-Hardware auch im Home-Office zur Verfügung stellen zu können. 77% geben an, dass die Produktivität der Arbeitsleistung innerhalb des ZT-Büros durch die Umstellung auf Home-Office vermindert ist. 66% sehen einen Effektivitätsgewinn dadurch, dass viele Meetings virtuell abgehalten werden können.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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