BIM-Bamm-Bumm

Das ASI ist raus. Der BIM-Merkmalserver bleibt im Rechenzentrum der Universität Innsbruck und ist unter http://db.freebim.at öffentlich zugänglich.

Wenn die Wirtschaft nicht einzahlt, muss am Ende das Land herhalten. Die Fundraising-Runde von Christoph Achammer für die Finanzierung eines beim Austrian Standards Institut (ASI) angesiedelten BIM-Merkmalservers ist gescheitert. Er wollte bei Baustoffherstellern und der Bauwirtschaft 2,4 Millionen Euro einsammeln, um den BIM-Server auf solide langfristige Beine zu stellen. Daraus wurde nichts. Auch deshalb, weil genau in der Zeit des Geldeinsammelns mit dem Österreichischen Bautechnikverein ein weiterer potenter BIM-Akteur auf den Plan getreten ist.

Bei Austrian Standards war man dann auch nicht mehr ganz sicher, ob die von Achammer vorgeschlagene Variante die beste ist. „Es gibt jedoch noch sehr unterschiedliche Meinungen der Branche darüber, welche Lösung für einen solchen Merkmalserver für die Branche in Zukunft tauglich ist. Austrian Standards International ist über einige Initiativen für den Aufbau eines Merkmalservers informiert und steht für alle Lösungen offen, welche die Bedürfnisse der Branche erfüllen“, teil das ASI in gewohnt bürokratischer Sprache mit.

Alternative Tirol

Nun wurde eine andere, deutlich kostengünstigere, Lösung für den Server gefunden. Die Abteilung Wirtschaftsförderung des Landes Tirol hat im kürzlich genehmigten Projekt „freeBIM.connect“ zugesagt, dass sie die Weiterentwicklung des österreichischen Merkmalservers an der Universität Innsbruck gemeinsam mit IT- und Industrieunternehmen für die nächsten beiden Jahre weiterhin unterstützen wird. Die Uni Innsbruck kann somit ihre Arbeit fortsetzen und auch die beteiligten Unternehmen der Software- und Baustoffindustrie bringen neben ihrer Kompetenz in den Bereichen BIM, IT, eProcurement und Bauwesen auch Eigenleistungen im sechsstelligen Bereich (zuzüglich Förderung) in das Projekt ein.

Neben dem bereits langfristig vereinbarten Dauerbetrieb des Merkmalservers ist somit nun auch die Weiterentwicklung des generischen PropertyServer zur BIM-Norm A 6241-2 langfristig gesichert, so eine Mitteilung. Zehn Jahre Betrieb sind sicher, auch die Optimierung sei finanziell möglich, weiß ein Eingeweihter. Und all das zu Kosten, die meilenweit von der einstigen Ziffer entfernt ist.

Die bisher entwickelte Software und Bibliothek ist das Ergebnis der jahrelangen Zusammenarbeit des Ö-Normen Ausschusses A 01109 „digitale Bauwerksdokumentation“ und des von der Abteilung Wirtschaftsförderung des Landes Tirol und dem FFG seit Jahren unterstützten Forschungsprojektes „freeBIM“. Nun steht der ASI-Merkmalserver unter der Open-Source Lizenz „aGPL 3.0“ allen Interessierten, Entwicklern und Unternehmen kostenfrei zur Verfügung.

Ursprünglich war die Zukunft des Merkmalservers anders gedacht. Die Hersteller-Industrie sollte für den Betrieb und die Wartung aufkommen, jetzt tut es das Land mit Partnern. Das sei auch richtig so, meint ein Experte, der in dieser heiklen Causa nicht genannt werden will. Die Uni Innsbruck sei eine Körperschaft öffentlichen Rechts und der Merkmalserver strategische Infrastruktur, die nicht aus der Hand gegeben werden soll.

Keine Kommentare

Kommentar schreiben