Zwillings-Geburt

Oberwart wächst mit sich selbst und erhält ein zweites Hochhaus. Bauherr ist die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft. Sie entwickelt mit Oberwarter Partnern auch das alte Kasernenareal.

Das Projekt eines zweiten Hochhauses, H2 genannt, in der südburgenländischen Bezirksstadt Oberwart ist schon ein paar Jahre alt, konnte aber wegen der offenen Parkplatzfrage bisher nicht realisiert werden. Jetzt sollen neben einer Tiefgarage unter dem Gebäude selbst mehr als 100 Parkplätze auf dem Rotundenareal errichtet werden, wie Alfred Kollar, Vorstand, Geschäftsführer und Obmann des Bauwerbers OSG (Oberwarter Siedlungsgenossenschaft), erzählt. „Da die Parkplatzfrage nun gelöst ist, planen wir die Einreichung für den Hochhausteil für März und wollen heuer noch mit dem Bau beginnen, wenn es keine Rechtsmittel-Verfahren gibt. Baubeginn könnte dann noch heuer im September/Oktober sein“, erläutert Kollar. Geplant ist ein 37 Meter hohes, 14-stöckiges Hochhaus, das damit genauso hoch werden wird wie das seit 1973 bestehende Hochhaus auf der anderen Straßenseite des künftigen Bauplatzes. Dazu kommt ein dreigeschoßiger Sockelbau direkt an der Hauptstraße, in dem Büros angesiedelt werden. Das Projekt soll rund zehn Millionen Euro kosten. Der Name „H2“ erklärt sich sowohl aus der Adresse, Hauptstraße 2, als auch aus der Tatsache, dass es das zweite Hochhaus ist.

Geplant werden die beiden Baukörper von der BPM Bauprojektmanagement GesmbH von Anton Holzer und Gerald Guttmann mit Sitz in Oberwart. Die beiden Bauträger arbeiten laufend für die OSG und „machen viele Zentrumsplanungen“, wie Kollar hinzufügt. Die Nachfrage nach Wohnungen und Büros sei in Oberwart nach wie vor groß, auch für das kommende Hochhaus gebe es bereits rund 30 konkrete Anfragen. „Wie das Verhältnis von Büros zu Wohnungen im Hochhaus sein wird, steht noch nicht fest, die Nachfrage ist aber groß“, sagt der OSG-Boss, dessen Genossenschaft nach seiner Aussage die meisten Projekte aller Genossenschaften in Österreich betreibt. „Wir haben derzeit 119 Projekte laufen mit einer durchschnittlichen Größe von zehn bis elf Wohnungen. Allerdings sind die Projekte der anderen meistens größer. Aber was wollen Sie in einem Land, in dem die größte Stadt, nämlich Eisenstadt, 14.000 Einwohner hat?“

Entwicklung des Kasernenareals

Eine weitere Veränderung des Stadtbildes wird die Entwicklung des im Stadtzentrum gelegenen, 7.500 Quadratmeter großen Kasernenareals bewirken, die in einem dreistufigen Verfahren erfolgt: Nach Plänen von Architekt MartinSchwartz, ebenfalls in Oberwart ansässig, wurde bereits mit dem neuen Postamt begonnen, das im Erdgeschoß auf 220 m² angesiedelt sein wird, wozu noch 150 m² Büroflächen kommen und 17 Wohnungen.

Dieser Bauteil soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. „Parallel dazu wird in der zweiten Etappe das ehemalige Mannschaftsgebäude in ein Ärztezentrum samt Ansiedelung von Gesundheitsberufen umgebaut und schließlich wird als dritter Schritt, Richtung Bahndamm, eine Senioren-Anlage für Betreutes Wohnen errichtet“, erläutert OSG-Obmann Alfred Kollar.

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