Zum Muster saniert

Das 1978 errichtete Verwaltungsgebäude des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungen wurde zum Passivhaus saniert und erweitert.

Aus einem internationalen Wettbewerb gingen die Architekten Chaix & Morel et associés (Paris) und Christian Pichler (Wien) als Sieger hervor. Sie haben als wesentliches architektonisches Merkmal die Photovoltaik-Anlagen mit fast 150 kWp auf den Flachdächern von Hauptgebäude und Zubau als „fünfte Fassade“ konzipiert. Das sanierte Bestandsgebäude ist eine Stahlbetonkonstruktion, bestehend aus 16 oberirdischen und drei unterirdischen Geschossen mit einer Gesamt-Bruttogeschoßfläche von ca. 25.750 m².

Die Gebäudehülle wurde vom Erd- bis ins 3. Obergeschoß durch eine energetisch optimierte Pfosten-Riegelfassade ersetzt. Die darüberliegenden Geschoße erhielten eine Element-Doppelfassade mit hinterlüfteter Prallscheibe, die vor starken Winden schützt. Der sommerliche Wärmeeintrag wird durch Außenverschattung mittels gewölbten und perforierten Raffstores, die zwischen der Dreischeibenisolierverglasung und der Prallscheibe liegen, minimiert.

Das Gebäude ist an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Kühlbedarf wird zentral durch zwei Kältemaschinen mit je 463 kW Leistung sowie mit zwei Glykolrückkühlern gedeckt. Als Abgabesystem werden die Heiz- bzw.  Kühldecken verwendet. Zusätzlich kommt ein Nachtlüftungssystem zum Einsatz, was den Kühlenergiebedarf reduziert.

Die Lüftungsanlagen gewinnen mit Rotationswärmetauschern 80% der Wärme und Feuchte zurück. Die Steuerung erfolgt bedarfsgerecht, abhängig vom CO²-Gehalt der Abluft. Die beiden Photovoltaikanlagen auf dem Bestandsgebäude und auf dem Zubau produzieren mit 436 Modulen bei einer Anlagenleistung von 148,24 kWp einen Jahresertrag von rund 162.000 kWh.

Nach der Sanierung werden fast 100 kWh/m²/a an nicht erneuerbarer Primärenergie eingespart. Der  Heizwärmebedarf kann um ca. 1,6 Millionen kWh/a reduziert werden, das bedeutet, dass jährlich über 715 Tonnen CO² eingespart werden. Das Gebäude wird nun zwei Jahre lang einem Monitoring unterzogen, um die  Haustechnik noch weiter optimieren zu können. Die Bauphysik erledigte die Schöberl & Pöll GmbH, die  Gebäudetechnikplanung ZFG – Projekt GmbH/TB Eipeldauer + Partner GmbH, als GU fungierte die Arge Östu Stettin – Habau.

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