Solid insolvent

Die Solid Gesell­schaft für Solarinstallation und Design mbH, mit Sitz in der Puchstraße in Graz ist insolvent. Mit Projekten in Asien war das KMU erfolgreich, an der Heimatstadt ist man gescheitert.

Die Solid Gesell­schaft für Solarinstallation und Design mbH, mit Sitz in der Puchstraße in Graz ist insolvent. Das von Christian Holter und Franz Radovic geführte Unternehmen hat laut KSV Passiva in der Höhe von 7,8 Millionen Euro angehäuft. Demgegenüber stehen Aktiva von 1,7 Millionen Euro. Von der Insolvenz sind 35 Dienstnehmer betroffen, ein Sanierungsplan sieht für die 147 Gläubiger eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vor.

Solid hat sich viele Jahre hindurch einen Namen für Solarinstallationen zur Kühlung im gewerblichen, industriellen und Infrastrukturbereich gemacht. Projekte wurden weltweit, etwa in China, Singapur, Abu Dhabi, sowie vielen europäischen Ländern, den USA der Karibik und in Lateinamerika realisiert. 

Gestolpert ist Solid ausgerechnet in der Heimatstadt. Im Jahre 2015 ergab sich die Möglichkeit, für die Fernwärmeversorgung in Graz das Konzept für die weltgrößte Solaranlage mit 200 Millionen Euro Investitionsvolumen zu entwickeln, ein höherer Anteil an erneuerbarer Energie war das Ziel.

Später wurde die Anlage etwa auf die Hälfte redimensioniert. Dennoch handelt es sich um ein richtig großes Solarprojekt. Auf einer Grundfläche von 55 Hektar südlich des Grazer Flughafens zwischen Pyhrnautobahn und Eisenbahn sollen 222.000 m² Kollektorfläche aufgestellt werden. Die dort produzierte Wärme soll in einem dreiteiligen Speicherbecken mit rund 900.000 m³ Fassungsvermögen gespeichert werden, was ebenfalls der Hälfte des alten Projektes entspricht.

Solid brachte Wissen und Vorarbeiten ein und erhielt im Gegenzug vom dänischen Konsortialpartner Arcon-Sunmark vertragliche Bonifikationen zugesichert. Ebenfalls mit an Bord im Konsortium sind die Energie Steiermark und die Christof Industries. Im Lauf des Jahres 2018 wurde das Projekt wegen fehlender Unterstützung der Förderstellen Bund und Land zum Problem. Der Estag-Vorstand Martin Graf erwartete sich vom Bund „20 Prozent bis 30 Prozent Förderung“.

Die sind offenbar nicht geflossen und den Dänen ist der Geduldsfaden gerissen. Solid, der kleinste Partner des Konsortiums ist insolvent. Ob das Scheitern von Big Solar in der dänischen VKR-Holding, zu der auch Velux gehört, oder in der Estag oder bei Christof Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten.

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