Nebensache Technik

Die Bauherrenpreise sind vergeben.

Techniker sprechen eine eigene Sprache, hört man immer wieder. Sie seien technikverliebt und überlassen alles, was nicht technisch ist, gerne den Schöngeistern und Rechenkünstlern. Auch Architekten wird nachgesagt, dass sie eine eigene Ausdrucksweise haben. Wird es zu funktional, wenden viele von ihnen sich ab – hin zur Form und der Ästhetik, hört man nicht selten. Und Handwerker sind so, wie wir sie alle kennen. Läuft etwas gut, sind sie geschickt, schnell und zuverlässig. Klobige Schuhe und der Staub stören dann, wenn etwas schief oder schiarch ist.

Bleiben noch die Bauherren, die oft verheiratet und/oder liiert sind. Ob allein oder gepaart, haben die Bauwilligen Vorstellungen davon, welche Räume mit ihrem Geld konzipiert und fabriziert werden. Und sie zahlen am Ende die Rechnungen, die Architekten, Techniker und Handwerker schreiben. Sie sind die Mutigsten überhaupt, denn sie erfahren und erfühlen erst nach der Fertigstellung eines Bauwerks, was ihnen die drei zuvor genannten Herrschaften eingebrockt haben. So gesehen ist es nur würdig und recht, wenn die Bauherren mit Preisen belohnt werden. Das geschah kürzlich im Grazer Orpheum, wo die diesjährigen Gewinner des ZV-Bauherrenpreises ausgezeichnet wurden. Aus insgesamt 106 Einreichungen wurden zuvor 22 Projekte nominiert. Sechs Bauherren wurden ausgezeichnet. Robert Hollmann erhielt den Preis für die Häuser im Wald auf der Turracher Höhe, geplant von Winkler + Ruck. Der backaldrin-Firmeninhaber Peter Augendopler ist Eigentümer und hat sich ein Museum gebaut, geplant von Coop Himmelb(l)au Architekten.

Die Prolend Projektentwicklung/Klaus Jeschek aus Graz erhielten die Auszeichnung für die von Pentaplan geplante „Prinzessin Veranda“, ein Mischprojekt aus Büro- und Wohnhaus. Die Gemeinde Sibratsgfäll/Konrad Stadelmann wurden als Bauherren für die Marienkapelle geehrt. Geplant haben Innauer-Matt Architekten, die Idee stammt von Super – Büro für Gestaltung. Einen Preis erhielt auch die Marktgemeinde Lauterach mit Vizebürgermeisterin Doris Rohner für die Volksschule Dorf Lauterach, die vom Büro Feyferlik/Fritzer aus Graz geplant wurde.

Einen weiteren Bauherrenpreis holte sich die BIG für die Bundesschule Aspern in Wien. Die Architektur stammt von fasch&fuchs.architekten. Recht ausführliche Beschreibungen der Siegerprojekte findet man auf der Website der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs vor. In manchen Fällen sind Statiker, Grünraumgestalter oder Farbberater genannt. So gut wie kein Thema ist die Gebäudetechnik in den ausgezeichneten Bauten, obwohl diese Gebäude nur mit der Technik funktionieren und die Bauherren noch viele Jahrzehnte mit ihr umgehen müssen.

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