Messtechniker-Affäre weitet sich aus

Nach Recherchen von Building Times Flash handelt es sich bei dem Verein, der in Verdacht illegaler Preisabsprachen im Markt für Energieabrechnung und Verbrauchserfassung geraten ist, um den Verband österreichischer Messdienst- und Energiedienstleister „VÖME“. Drei große Marktanbieter sind als Mitglieder gelistet.

Die Causa um die Hausdurchsuchung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) beim Energiedienstleister Ista Österreich bleibt weiter brisant. Laut einer Stellungnahme von Ista International besteht im Zuge der BWB-Ermittlungen der Verdacht, dass Treffen eines Branchenvereins dazu genutzt wurden, um sich über Marktparameter abzusprechen. Nun wurde Building Times Flash von Seiten Ista International bestätigt, dass es sich bei diesem Verein um den Verband österreichischer Messdienst- und Energiedienstleister „VÖME“ handelt. Der Verband wurde 2012 im Zuge der europäischen Energieeffizienzrichtlinie gegründet. „Er sollte die Branche als fachlich kompetente Stimme begleiten“, so Ista.
Im März 2019 wurde der Verband aufgelöst, Gründe dafür wurden keine genannt. Die VÖME-Homepage ist jedoch weiterhin online. Als Mitglieder sind sowohl Ista Österreich als auch die Firmen Techem Messtechnik und Messtechnik Ges.m.b.H – die (laut VÖME) drei größten österreichischen Messdienst-Unternehmen – gelistet. Nach Anfrage von Building Times Flash gab Techem bekannt, dass es in Österreich keine Hausdurchsuchungen gegeben habe. Die Firma Messtechnik wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben.
Ista selbst war am 16. Juli darüber informiert worden, dass es in der österreichischen Niederlassung eine Hausdurchsuchung gebe. Daraufhin habe man sofort reagiert, so Ista International. Es seien bereits zwei Mitarbeiter von Ista Österreich bis zur Aufklärung des Sachverhalts freigestellt worden. Das Unternehmen betonte auch, dass für unlautere Aktivitäten eine Nulltoleranz-Politik gelte und die internen Compliance-Systeme mit einem geschützten Whistleblower-Kanal auf hohem Stand seien.

1 Kommentar

martina:
3. August 2019 um 09:48 Uhr

unsere siedlung wurde von ista abgerechnet und die ermäßigung der abwassergebühr hat sich ista einbehalten und nicht an die wasserabnehmer weiterverrechnet. das bezirksgericht hat für ista entschieden!!! das waren mehrere tausend euro in 10 jahren.
hoffentlich gibt es hier bald ein umdenken und der endverbraucher wird geschützt und nicht die großen unternehmen!

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