Große Strom-Dompteure

Elin und PKE sind, gefolgt von Klenk & Meder, größten Elektrofirmen des Landes. Danach folgt ein breites Mittelfeld mit Unternehmen, die zwischen 250 und 400 Mitarbeiter beschäftigen. Und manche Elektrotechniker, wie LSG und Klampfer, erwirtschaften mit relativ wenig Eigenpersonal vergleichsweise viel Umsatz.

Die Elektriker seien ganz schlechte Verkäufer, hört man regelmäßig aus der Industrie. Da dürfte was dran sein, denn viele der ausführenden Betriebe sind in Sachen Selbstmarketing noch in der guten alten Zeit. Building Times wollte an dieser Stelle ein vollständiges Ranking der größten Elektriker des Landes bieten, geworden ist es das nicht ganz. Zu viele Familienunternehmen der Elektrik halten mit ihren Zahlen hinterm Berg. Aber es gibt auch jene Firmen, die stolz sind auf das, was sie erreicht haben. Marktführer mit zahlreichen Referenzen im Anlagenbau und als Systemintegratoren für Elektrotechnik. So und mit großer Tradition stellt sich Elin selbst auf seiner Website vor. „Unser Team erwirtschaftet ca. 260 Millionen Euro Umsatz“, ist auf der Webpage zu lesen – datiert mit 2016. Wie schnell Elin wächst, zeigen die aktuellen Daten, die das Unternehmen für das Jahr 2018 zur Verfügung stellt: 1.300 Mitarbeiter erwirtschafteten im Vorjahr einen Umsatz von rund 325 Millionen Euro, gut 46 Millionen davon im Ausland. Das zur Ortner-Gruppe gehörende Unternehmen ist flächendeckend in Österreich und mit Tochterfirmen in Polen, Deutschland und Tschechien präsent. Mehr als 200 eigene Techniker werken in den Sparten Akquisition, Engineering, Projektmanagement und Einkauf, weitere rund 600 Mitarbeiter sind in der Montage beschäftigt, wo sie zusätzlich von Subfirmen unterstützt werden. Als CEO fungiert mit Herbert Wegleitner ein Siemens-Urgestein. Ihm wurde erst kürzlich vom Wiener Stadtoberhaupt ein Ausbildungspreis überreicht – Elin bildet aktuell 115 Lehrlinge aus.

Ein weiterer Großausbildner in der Elektrobranche ist die St. Pöltner Firma Klenk & Meder. Sie beschäftigt 700 Mitarbeiter, 90 davon werden zu jungen Facharbeitern und Angestellten ausgebildet. Gemeinsam haben die K & M-Beschäftigten im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 87,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Eine ähnliche Größe wie Elin hat die PKE Electronics AG. Sie ist jedoch sehr international aufgestellt, unterhält 11 Niederlassungen außerhalb Österreichs und ist eigenen Angaben zufolge bei Projekten in rund 30 Ländern aktiv. Der Umsatz der Gruppe, die neben diversen Elektro-Installationen auch über eine starke Facility Management-Sparte verfügt, wird mit rund 220 Millionen Euro beziffert. So richtig offiziell sind manche der genannten Zahlen nicht, denn so weltoffen die großen Elektriker sind, so verschwiegen sind manche, wenn es um Details zu ihren Unternehmen geht. Fast hat man den Eindruck, die Unternehmer schämen sich für ihren Erfolg. Einige der angefragten Elektro-Großbetriebe lieferten gleich gar keine Daten ab.

Zwei Ausnahmefälle sind auch die LSG Group und die Firma Klampfer. Sie haben vergleichsweise wenig heimisches Eigenpersonal und machen damit ziemlich gute Zahlen, vor allem mit Projekten jenseits der Grenzen.

Unschärfen durch Handel

Bei den mittleren und kleineren Firmen wiederum gibt es Unschärfen, die aus dem Portfolio heraus erklärbar sind. Besonders in den Bundesländern sind die größeren Elektriker zugleich auch Händler für Elektrogeräte – von der Waschmaschine bis hin zum Rasierer. Das funktioniert oft beachtlich gut, auch wenn die Elektroindustrie stets behauptet, dass die Elektriker keine guten Verkäufer seien. Eine weitere Gemeinsamkeit vieler großer Elektroinstallations-Unternehmen ist die lange Firmengeschichte. Der
Grundstein für Klenk & Meder etwa wurde 1968 gelegt und hat in der Gründungsstadt Spuren hinterlassen – es gibt in St. Pölten gleich zwei Klenkstraßen. Was hat Klenk noch? Ein Büro in München seit 2017 und seit 18 Jahren die Firma Maroschek, die mit inzwischen 70 Mitarbeitern die Sparte Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär bedient. Damit ist Klenk & Meder heute nicht mehr allein, aber seinerzeit war es innovativ.

Ein Mischhandwerks-Unternehmen ist auch die Firma Markus Stolz in Bludenz. Sie weist unter den rund 800 Mitarbeitern 135 Lehrlinge aus – wie viele davon in der Elektrosparte tätig sind, ließ sich nicht eruieren. Fest steht, dass der Familienbetrieb seit nunmehr gut 50 Jahren am Markt aktiv ist. Beim Umsatz liegt Stolz bei rund 90 Millionen Euro, den Großteil davon aber im Segment HKLS.

Die Pichlerwerke mit Sitz in Weiz zählen ebenfalls zu den führenden Anbietern in der österreichischen Elektrotechnik-Branche und beschäftigen mehr als 160 Mitarbeiter. Man sieht sich so wie der Mitbewerb auch als „Spezialist und Qualitätsführer“ und bietet Gebäudetechnik und industriellen Anlagenbau. Von der Größe her ähnlich ist die Firma Lugitsch, die mit 185 Mitarbeitern, davon 36 Lehrlinge, als der größte Elektroinstallationsbetrieb in der Südoststeiermark gilt. Das Unternehmen betreibt eine eigene Lehrlingsakademie und fördert den internen Aufstieg von Mitarbeitern.

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