Energie aus Tiefgang

Die Rabmer-Gruppe bietet eine ganze Reihe an Lösungen im baunahen Bereich. Mit dabei im Portfolio sind auch Technologien für die Energiegewinnung aus Abwasser.

Es gibt hierzulande nicht viele Unternehmen, die an der Schnittstelle zwischen Bau und Technik positioniert sind. Noch weniger sind jene, die Hoch- und Tiefbau, Zimmerei, Rohrsanierung, Malerei und Umwelttechnik im Programm haben. Die oberösterreichische Rabmer-Gruppe deckt mit ihren 110 Mitarbeitern all diese Segmente ab. Beim Bau regional und auf kleine und mittlere Bauvorhaben beschränkt, in der Umwelttechnik österreichweit und auch international. Im Holzbau besteht ein Joint-Venture mit dem Holzbaumeister Gottfried Riener. Wegen der gestiegenen Nachfrage nach Holzhäusern wurde zuletzt eine neue Fertigungshalle in Betrieb genommen.

Die Sparte Umwelttechnik trägt in etwa 30 Prozent zum Gesamtumsatz von 17,2 Millionen Euro bei. Tendenz steigend, wie die Firmenchefin Ulrike Rabmer-Koller im Gespräch auf der Energiesparmesse Wels erklärt. „Wir haben in der Umwelttechnik viel Vorarbeit geleistet, jetzt gewinnt vor allem das Thema Energie aus Abwasser als erneuerbare Energiequelle aber deutlich an Dynamik“, so die Unternehmerin. Viele Energieversorger und auch Kommunen seien hellhöriger geworden und suchen nach Möglichkeiten ihren Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten. „Warmes Abwasser steht das ganze Jahr über rund um die Uhr zur Verfügung und ist eine bis dato in Österreich wenig genützte Energiequelle zum Heizen und Kühlen von Gebäuden“, so Rabmer-Koller, die darauf hofft, dass bald eine einheitliche Bundesförderung für diese Art der Energiegewinnung etabliert wird. Das Potenzial sei nämlich beträchtlich, wie sie betont und vorrechnet: „Neuesten Studien zufolge entfallen rund 50 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Europa auf Gebäude und 52 % davon auf Heizen und Kühlen. Bis zu 12 Prozent davon könnten mit der Energie aus Abwasser abgedeckt werden. Vor jedem neuen Bauprojekt sollte deshalb eine Prüfung erfolgen, ob Energie aus Abwasser eine mögliche Variante für das Heizen und Kühlen ist“, meint Rabmer-Koller.

„Jetzt gewinnt vor allem das Thema Energie aus Abwasser als erneuerbare Energiequelle deutlich an Dynamik.“

Um diese Potenziale zu heben, hat ihr Unternehmen verschiedene Technologien zur Verfügung. So werden z.B. Rinnenwärmetauscher direkt in Abwasserleitungen eingebaut oder das Abwasser wird über einen Schacht entnommen und zu extern installierten Röhrenwärmetauschern gepumpt. Sie entziehen dem Abwasser die Wärme, welche in einer Wärmepumpe auf die zum Heizen bzw. Kühlen benötigte Temperatur angepasst wird. Auch die Einspeisung der gewonnenen Wärme ins Fernwärmenetz ist möglich. „Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit dem Thema und haben uns hier viel Know-how angeeignet. Der Kunde erhält bei uns ein Gesamtsystem – von der Machbarkeitsprüfung bis zur Ausführung“, erklärt die Oberösterreicherin, die auf Bundesebene als Vizepräsidentin fungiert. Konkret arbeitet ihr Technik-Team gerade an einem Angebot in Blumenthal, wo Wien Kanal bereits ein zweites Energieaus-Abwasser Projekt realisieren wird.

Ein weiteres Segment in der Umwelttechnik stellt das Kalk- und Korrosionsschutzsystem AQUABION® dar, das Rabmer exklusiv in Österreich und 7 weiteren europäischen Ländern vertreibt. Die Lösungspalette der Geräte, die mit der Zinkopferanoden-Technologie arbeiten, reicht vom Einfamilienhaus über den Wohnbau und Hotels bis hin zur Industrie. Hier ergibt sich auch ganz klar der Anknüpfungspunkt zu Installateuren, die als Partner fungieren und gesucht sind. Ähnlich groß wie beim Kalkschutz ist der Einsatzbereich des Wasser- und Energiesparsystems ECOTURBINO®. Dabei handelt es sich um ein kleines Zwischenstück, das Wasser und Luft verwirbelt und den Wasser- und Energieverbrauch bei Duschen ohne Komfortverlust um rund 36 Prozent reduziert, wie der Produktbeschreibung zu entnehmen ist.

Das gesamte Portfolio der Gruppe zu beschreiben, würde viel Raum einnehmen. Fix ist, dass man mit all den Angeboten auf das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz setzt und damit weiterhin wachsen möchte, wie Rabmer-Koller sagt. „Derzeit fehlen uns aber die Fachkräfte. Wir müssen deshalb leider immer wieder Aufträge ablehnen“. Ein Problem, mit dem sie nicht alleine ist. Fast jeder Aussteller der Messe in Wels klagte in der einen oder anderen Form über den Fachkräftemangel.

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