Elektromobile Experten

Rund 40 Experten aus unterschiedlichen Disziplinen kam zum Building Times-Expertenforum, um sich über das Thema Photovoltaik und E-Mobilität zu informieren.

Am Abend des sehr sonnigen 13. Septembers fand im 21. Stock des Twin Tower das erste Building Expertenforum statt. Drei Vortragende widmeten sich der Kombination aus Photovoltaik und E-Mobility. Lukas Lafenthaler von Coversio Austria etwa zeigte auf, wie schwierig es ist, im richtigen Moment auf die knappen Fördertöpfe zuzugreifen. Sein Ratschlag: Vorsorgen und eine geplante Anlage soweit vorbereiten, dass man nur mehr auf den Knopf drücken muss, wenn eine Förderschiene geöffnet ist.

Alfred Pichsenmeister, Verkaufsleiter beim Großhandelshaus Siblik, legte den rund 40 Gästen aus den Sparten Elektrotechnik, Planung, Architektur und Ausführung dar, dass man die Versprechen der Industrie mit Vorsicht betrachten solle.

Um autark zu werden, reiche es nicht, einen kleinen Speicher im Keller zu installieren, so Pichsenmeister. Rein bilanziell sei es schon möglich, mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach ein Elektroauto zu betreiben, die Realität der Jahreszeiten vereitelt dieses Vorhaben jedoch. Die Aufzeichnungen der eigenen PV-Anlage zeigen, dass der erzeugte Strom der Monate Jänner, Februar und März nur für sehr kurze Strecken reicht.

Auch was die Beladung von E-Autos betrifft, brauche es fachliche Beratung, um am Ende richtig zu investieren, so der Fachmann. Allein bei den Lademöglichkeiten gebe es verschiedene Varianten: Die reine Netzladung ohne PV, die Mischladung (PV & Netz), die Mischladung (PV & Speicher & Netz) und die Überschussladung (PV). Je nach Investitionsbereitschaft sei vieles möglich, so Pichsenmeister.

Jochen Käferhaus, Inhaber des gleichnamigen TGA-Planungsbüros, bot schließlich einen Einblick in ein Bauvorhaben, das kurz vor der Vergabe umgedreht wurde. Das ursprünglich geplante wassergeführte Heizsystem für den Dachbodenausbau wurde auf ein elektrisches System umgestellt. Zum Einsatz kamen Heizmatten, die eine Oberflächentemperatur von 30 Grad nicht übersteigen.

Ein Teil der Energie für die Heizung kommt aus der hauseigenen Photovoltaikanlage. Und wenn Überschüsse vorhanden sind, kann damit das Elektrofahrrad über eine E-Tankstelle beladen werden. Ganz prinzipiell stellt Käferhaus jedoch fest, dass E-Mobile nicht die Lösung für die urbane Mobilität sein können, da sie die Städte ebenso verstopfen wie konventionelle KFZ. Kritisch sieht der Planer auch die Ladestationen, die seiner Ansicht nach viel zu aufwendig, viel zu wenige und mit zu vielen Systemen sind. Er selbst würde statt 2-spurigen einspurige Mobile vorziehen. Zudem wäre ein patentiertes, einfaches System mit CEE-Steckdose für die Ladung zu präferieren. Käferhaus selbst lebt das Gesagte auch, er ist oft mit dem E-Roller unterwegs, den er zusammengeklappt im Zug und Bus mitnehmen kann.

Den Gästen hat der Abend gefallen. Manche haben Neues gehört, anderen dienten die Vorträge als Ergänzung zum bereits vorhandenen Wissen. Und eines zeigte der Abend auch – einige der Gäste fahren bereits elektrisch oder denken intensiv darüber nach.

Wenn aber die Elektromobilität alltäglich wird, kommen wir freilich nicht umhin, auch der Photovoltaik und der Speichertechnik auf die Sprünge zu helfen – das zeigten auch die Gespräche im Anschluss bei einem Glas Wein.

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