Digitaler Durchblick beim Wärmeverbrauch

Digitale Innovationen schaffen neue Möglichkeiten für das Energiemanagement der Zukunft. Der Trend geht in Richtung Automated Meter Reading. Beim rundum revitalisierten Taba-Tower in Wien Oberlaa ist ein System von Qundis im Einsatz.

Der grundlegend revitalisierte Taba Tower – ehemals ein Hotel – wird das Zentrum eines neuen, modernen Wohnviertels in Wien-Oberlaa. Bereits Anfang September 2017 wurde die Station Oberlaa als U1-Erweiterung eröffnet. Mit dem Taba Tower entstehen circa 160 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten. Das Projekt wird von der Immobiliengesellschaft Raab & Raab realisiert. „Ein besonderer Fokus liegt auf der Effizienz beim Energieverbrauch von Wärme, Wasser und Strom. Hierfür wurde das Gebäude mit modernster Technik für die Verbrauchserfassung via Cloud ausgestattet“, so Elisabeth Raab, Geschäftsführerin bei Raab & Raab. Die Funksystemlösung für die Datenerfassung und die Heizkostenmessgeräte kommen vom Hersteller Qundis aus Deutschland.

Verbrauchserfassung via Cloud

Für die digitale Wärmeverbrauchserfassung wird ein Automated Meter Reading (AMR)-Funksystem und eine digitale Plattform zum Monitoring der Messgeräte verwendet. „Das AMR kombiniert als technische Gesamtlösung Heizkostenverteiler und Wärmezähler sowie die Gateways, die alle Daten bündeln – inklusive der Daten von anderen Verbrauchserfassungsgeräten“, sagt Gerhard Mayer, Area Sales Manager South/East bei Qundis. „Insgesamt haben wir mehr als 300 Funk-Zähler und 24 Gateways verbaut.“

Die Verbrauchsdaten werden via Smart Metering Plattform gesammelt. Diese stellt vollautomatisch alle gewünschten Zählerdaten in verschiedenen Dateiformaten und zu ausgewählten Zeitpunkten bereit – über die cloud-basierte Online-Plattform oder per E-Mail. Die Informationen werden vom beauftragten Ableseunternehmen für die Heizkostenabrechnung genutzt. Ein persönliches Ausrücken zum Gebäude ist nicht notwendig.

Zudem arbeitet Qundis aktuell an einem Portal, das die Verbrauchsdaten auch für die Mieter sichtbar macht. „Damit können die einzelnen Haushalte zukünftig ihren Energieverbrauch einsehen, analysieren und lernen effizienter mit den Ressourcen umzugehen. Das Energieeinsparpotenzial liegt bei bis zu 20 Prozent“, so Mayer.

Auf rechtliche Regelungen vorbereitet

Die AMR-Funktechnik im Zusammenspiel mit der automatischen Datenbereitstellung über die Qundis Smart Metering Plattform (Q SMP) entspricht bereits heute den Vorgaben, die mit der europäischen Energieeffizienz- Richtlinie EED einhergehen. Aktuell wandeln die europäischen Länder die Pflicht – dass bei Neuausstattungen nur noch fernauslesbare Wärmezähler und Heizkostenverteiler in Gebäuden verbaut werden dürfen – in nationales Recht um. Somit ist die Verbrauchserfassung für den Taba Tower schon heute auf die zukünftig geltenden Regelungen in Österreich vorbereitet.

Moderne Technik erleichtert die Geräteinstallation

Die komplette Installation des AMR-Messsystems dauerte nur wenige Tage. Da die installierten Gateways mit Batterien betrieben werden, war ein Kabelverlegen nicht notwendig. Und durch den flexiblen Einbau sowie die freie Positionierung der Gateways im Gebäude ist eine optimale Funkleistung garantiert. Das System ist zudem jederzeit um weitere Zähler und Gateways erweiterbar. Die Installation des Funknetzwerkes wurde im Jänner 2021 vorgenommen. Die Inbetriebnahme des Systems ist für das Frühjahr geplant. Nach derzeitigem Stand sollen die Wohnungen im 2. Quartal 2021 bezugsfertig sein.

Hausverwalter, Messdienst und Kunden profitieren

Am Ende ergibt die neue Technik zur Verbrauchsdatenerfassung eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die AMR-Technik vereinfacht die Arbeit der Hausverwaltung und des Ableseunternehmens enorm. Durch das ständige, automatisierte Monitoring beim Messdienst erkennt dieser Störungen sofort – bevor es der Verwalter oder Mieter bemerkt. Ebenfalls entfällt der Aufwand für die Organisation von jährlichen Ableseterminen durch die Gebäudeverwaltung und die Abrechnung erfolgt mit Hilfe der Technik noch schneller.

Und die Erfahrung zeigt: Ablesetermine sind von Mietern nicht gerne gesehen. Manch einer empfindet sie als einen Einschnitt in die Privatsphäre und ein anderer muss einen Urlaubstag dafür heranziehen. Für Hausbewohner sollte die Verbrauchserfassung deshalb möglichst unsichtbar geschehen. AMR-Technik erreicht dieses Ziel. Ein weiterer Pluspunkt: Bei Umzug entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Mieter, weil die Zwischenablesung nicht mehr nötig ist. Insgesamt profitieren also alle: Hausverwalter, Mieter und der Messdienst.

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