Das Jahr wird dicht

Das Jahr 2020 war für die Gebäudetechnik stressig und am Ende doch versöhnlich. 2021 dürfte ähnlich werden.

Bei Österreichs größtem Gebäudetechnik-Hersteller, der Herz-Armaturen Ges.m.b.H, endet das aktuelle Geschäftsjahr erst im März. Schon jetzt ist aber klar, dass das Virus kaum Spuren hinterlässt. „Der Bereich Regeltechnik und Armaturen ist stabil, wir sind nicht coronageschädigt“, sagt der Herz-Eigentümer Gerhard Glinzerer. Im Segment Feinarmaturen, die Herz in Slowenien produziert, laufe das Geschäft ausgezeichnet. Ganz allgemein beobachtet man in der Herz-Gruppe, dass Westeuropa mehr unter dem Virus leidet als Osteuropa, wo in vielen Ländern die Arbeit kaum unterbrochen wurde. Auch im Mittleren Osten habe man die Krise relativ gut überstanden – nicht zuletzt auch, weil dort der Lockdown nicht so eng gesehen wird.

Deutlich positiv, mit einem Plus von rund 15 Prozent, entwickelt sich die Herz Energietechnik, in der Biomasse-Kessel und Wärmepumpen gebündelt sind. In dieser Sparte ist im Moment der Bär los, erst kürzlich hat der große Marktbegleiter Hargassner eine Verdoppelung seiner Produktionskapazität angekündigt. Die eben angekündigte Erhöhung und Ausweitung der Fördergelder in Österreich und Deutschland werden für weitere Dynamik sorgen. Bei der Installation einer Biomasseanlage können im Nachbarland bis zu maximal 55 Prozent gefördert werden. Kurzum, das Heizen der näheren Zukunft wird grüner. Dazu kommt, dass die übrig gebliebenen Urlaubsgelder in fesche Bäder, Swimmingpools, Saunas und andere das Leben verschönernde Dinge gesteckt werden.

Bau als Gradmesser

Ein wesentlicher Maßstab für die Gebäudetechniker ist die Entwicklung in der Bausparte. Und die wird von vielen Vertretern der Branche als positiv gesehen. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Baubarometers der Info-Techno Baudatenbank. Danach ist die Zahl jener, die von einer positiven Gesamtentwicklung der Bauwirtschaft in den nächsten 12 Monaten ausgehen um 10 % auf 47,4 Prozent gestiegen. Weitere 27 % erwarten keine Veränderung. Mit einer negativen Entwicklung im Jahr 2021 rechnet knapp ein Viertel der Befragten (25,1 %). Damit zeichnet sich ein doch recht deutlicher Aufwärtstrend ab. Auch die bislang eingegangenen Aufträge stimmen die Branche positiv. 78 % der Befragten sind mit der Auftragslage im Großen und Ganzen zufrieden.

Etwas differenziert sieht die Sache Alexander Sollböck, Geschäftsführer von Reflex Österreich. 2020 habe man trotz Lockdown ein hohes einstelliges Wachstum erzielt. Auch aktuell gäbe es eine tolle Entwicklung, nur sei eben nicht absehbar, wie die großen Auftraggeber Hotellerie und Gastronomie sich im Jahresverlauf entwickeln, wie Sollböck erklärt.

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