Bosch baut Campus

2018 war für Bosch ein Rekordjahr. Wenn das Okay aus der Zentrale kommt, will Bosch in Wien Simmering knapp hundert Millionen Euro in eine neue Österreich-Zentrale investieren.

Bosch Österreich hat wieder einmal ein Rekordjahr hinter sich. Der Umsatz, der hierzulande in Vier Sparten tätigen-Gruppe, stieg 2018 um 8,6 Prozent auf die neue Höchstmarke von 1,36 Milliarden Euro. Für heuer rechnet der Alleinvorstand Klaus Peter Fouquet mit einem Zuwachs von 2 bis 3 Prozent, wie er anlässlich des Jahresgesprächs erklärte. Neben der Produktion in Hallein, wo rund tausend Mitarbeiter tätig sind, mausere sich Österreich zunehmend zum Entwicklungsstandort, so der Österreich-Chef. Im Vorjahr kamen 120 vorwiegend junge Ingenieure dazu, heuer sollten weitere 130 folgen. Die heimischen Kräfte seien sehr gut ausgebildet, kreativ und lösungsorientiert, so Fouquet. Und auch verfügbar, hierzulande brauche man rund drei Monate um eine Technikerstelle nachzubesetzen, in manchen Gegenden Deutschlands seien es acht Monate, wie der Manager weiß.

Große Neubau-Gedanken

Für Bosch Grund genug, sich ernsthaft Gedanken über die weitere Zukunft des Standorts zu machen – auch in baulicher Hinsicht. Die Überlegungen dazu sind inzwischen ziemlich weit gereift. Es fehlt zwar noch das definitive Go aus der Bosch-Zentrale in Deutschland, aber wenn das da ist will der Konzern im 11. Wiener Bezirk an der Südost-Tangente einen sogenannten Bosch-Campus errichten.

Der Konzern verfügt an der Geiereckstraße/Gundrunstraße über einen Stadort und ein weitgehend unbebautes Grundstück mit einer Fläche von gut 20.000 m². Hier will Bosch künftig alle Wiener Niederlassungen ansiedeln und dafür ein nahezu dreistelliges Millionen-Investment tätigen. Gehen die Pläne durch, werden alle anderen Bosch F&E und Bürostandorte in Wien aufgegeben, so Fouquet. Darunter auch jener in der Gföllnergasse, der erst 2014 eröffnet wurde.

Die Pläne sind inzwischen auch schon visualisiert, werden jedoch nicht veröffentlicht. Fix ist, dass der Bau – wenn er denn kommt – eine Bosch-Vorzeige-Referenz in Sachen Gebäudetechnik wird.

Übrigens: Zum Umsatzhoch des Vorjahres hätten alle Sparten beigetragen, so der Bosch-Chef. Nicht so brüllend entwickelt hat sich die, vor wenigen Jahren etablierte, Bosch Sicherheitstechnik. Mit dieser Division sollte – so wie in anderen Ländern sehr erfolgreich – das Projektgeschäft aufgerollt werden. Der durchschlagende Erfolg blieb aus, wenngleich das bei Bosch niemand so formulieren würde. Trost bleibt dem Technologie-Riesen freilich das Produktgeschäft mit Komponenten wie Video, Alarm und Brandschutz, die auch von Platzhirschen, wie etwa der PKE verbaut werden.

Die Sicherheit als solche jedenfalls inzwischen Teil der Sparte Energy an Building Technology. „Weil man die Gebäudetechnik integriert betrachten möchte“, wie Fouquet es ausdrückt. Wie viel das Projektgeschäft nach mehreren Jahren Aufbau insgesamt wiegt, wissen nur Insider. Fest steht, dass hier die Thermotechnik das Schwergewicht ist. Zuletzt hätten die Marken Buderus und Bosch mit Wärmepumpen und Industriekesseln besondere Freude gemacht, so der Bosch-Chef.

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