Bauen: Hohes Krebsrisiko

Hautkrebs ist in Deutschland die Berufskrankheit Nummer 1 in der Bauwirtschaft. In Österreich gab es im Vorjahr keinen einzigen Fall, der Hautkrebs ist nämlich nicht anerkannt.

Der Klimawandel wirkt sich auch auf Beschäftigte im Freien aus. So ist der weiße Hautkrebs bereits die häufigste angezeigte Berufskrankheit in der Bauwirtschaft. Allein im Jahr 2018 wurden der deutschen Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft 2.944 neue Verdachtsfälle gemeldet. Im ersten Halbjahr 2019 liegt der Stand nach einer vorläufigen Auswertung bereits bei rund 1.400 Meldungen – Tendenz steigend. Auch Arbeitsunfälle durch Hitzschlag oder Sonnenstich nehmen zu, so die Berufsgenossenschaft.

Hierzulande scheint die Sonne ganz anders. Es gibt 2018 keinen einzigen anerkannten Fall mit Berufskrankheit Hautkrebs, wie die AUVA mitteilt. Hautkrebs ist in Österreich nämlich nicht als Berufskrankheit anerkannt. Das obwohl die Hautkrebsrate bei Personen, die vorwiegend im Freien arbeiten in den letzten 10 Jahren um 8 Prozent gestiegen ist, wie der in der Gewerkschaft Bau Holz für Gesundheit und Arbeitsschutz zuständige Andreas Huss erklärt. In Deutschland gäbe es in Summe rund 20 anerkannte Berufskrankheiten mehr, weiß er und berichtet, dass entsprechenden Forderungen an die Politik derzeit in Ausarbeitung seien.

Im Nachbarland ist der weiße Hautkrebs seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt. Seitdem stiegen die angezeigten Berufskrankheiten um fast sechs Prozent. Laut Deutscher Krebshilfe erkrankten in Deutschland im Jahr 2018 insgesamt 99.000 Menschen neu am Plattenepithelkarzinom oder der Vorstufe zum weißen Hautkrebs, der multiplen aktinischen Keratose.

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