Akustik vom Schaf

Leise kommen seit eineinhalb Jahren Akustikpaneele aus Tiroler Schafwolle in den Markt. Sie sind schalldämmend, optisch attraktiv, voll recyclebar und absorbieren Formaldehyd.

Ungefähr 10.000 Stück der 90 mal 90 Zentimeter großen, 1,2 Zentimeter starken und ca. drei Kilogramm schweren Schafwoll-Akustikpaneele wurden bislang unter dem Namen „Whisperwool“ verkauft, berichtet Gernot Wurm, einer der drei Eigentümer und Geschäftsführer der Innsbrucker Vermarktungsfirma Tante Lotte Design GmbH. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass mehr als sieben Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit, vor allem durch den Designer Horst Philipp, in den neuartigen Paneelen stecken. Sie bestehen nicht aus Filz, sondern werden nach einem neuartigen Verfahren hergestellt, bei dem zuerst die Wollfasern mit einem naturbasierten Mittel ummantelt und dann mit Bindfasern vermischt und unter Erhitzen und mit Druck zu Platten verschmolzen werden. „Das Besondere liegt im Verpressen, denn die Wolle wird von rund 50 auf 12 Zentimeter zusammengepresst“, erläutert Wurm. Die Maschine dazu stammt von einem Maschinenbauer in Karlsruhe.

Whisperwool-Platten gibt es in Anthrazit, Silbergrau und Naturweiß, sie werden für abgehängte Decken verwendet, als Wandpaneele und Deckensegel. Auch Wandbilder und Trennwände sowie der Möbelbau sind Einsatzbereiche. Sie wirken schallabsorbierend und neutralisieren Formaldehyd, sind schmutzabweisend und selbstreinigend, verbessern das Raumklima durch Feuchtigkeits-Aufnahme und Wärmeisolation, sind biege- und faltbar sowie 100-prozentig recyclingfähig nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip.

„Preislich liegen wir im Mittelfeld“, erklärt Gernot Wurm, „doppelt so teuer wie Gipskarton-Lochplatten – man braucht jedoch weniger Material –, aber billiger als Holz-Akustikdecken oder sehr hochwertige Metall-Akustikdecken.“ In einigen Hotels, der Speckfabrik Handl und in zwei Etagen des Roche-Towers in Basel, in Büro- und Besprechungsräumen, einem Radio-Studio, im Flughafen Innsbruck usw. wird Whisperwool bereits eingesetzt. Vertrieben wird in erster Linie über Holzhändler, die als Logistiker für Tischler, Trockenbauer und Möbelstudios wirken. „Von uns müssen gute Informationen für Bauherren und Architekten kommen“, erklärt Mitgeschäftsführer Gernot Wurm die eigene Rolle.

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