200-Millionen-Seestadt Grafenwörth

Wasser und Wohnbau statt Weizen lautet die Devise in der niederösterreichischen Gemeinde Grafenwörth. Dort sollen für circa 200 Millionen Euro ein See, etwa zweihundert Wohneinheiten, ein Hotel und eine Pflegeschule entstehen.

Leben am Wasser steht aktuell hoch im Kurs. So auch in Niederösterreich, wo es aber vergleichsweise wenig Seen gibt. Das muss aber nicht so bleiben, zumindest nicht in Grafenwörth im Bezirk Tulln. In der gut 3.000 Einwohnergemeinde will der Wohnbau-Entwickler VI Engineers Bauträger GmbH & Co KG direkt an der Schnellstraße 5 – einen künstlichen See errichten. Und das nicht zu knapp. Genaugenommen steht da eine kleine Seestadt mit rund 200 Wohneinheiten, ein Hotel und ein Ausbildungszentrum kurz vor der Einreichung.

Im Ostteil des Areals sind Apartments geplant. Daneben entstehen in verdichteter Bauweise Reihenhäuser, Doppelhäuser und Einfamilienhäuser. Happel schätzt das Projektvolumen der Wohneinheiten auf 160 bis 180 Millionen Euro. Dazu kommen dann noch die etwa 50 Millionen Euro für das SeneCura-Projekt, sodass sich das Gesamtprojektvolumen auf etwa 200 Millionen Euro beläuft.

Foliensee mit 3,5 Hektar

Der geplante Foliensee soll ein Ausmaß von rund 3,5 Hektar haben. „Wir haben eine Art Weiher geplant, der sich durch das Areal schlängelt. Damit können die Bewohner ein Feeling wie im Urlaub haben“, so Robert Happel, Geschäftsführer von VI-Engineers über die Pläne des Gewässers. Ein Foliensee in diesem Ausmaß ist eine Premiere in Österreich. Die Technologie für den Bau kommt dabei nicht von den Seebauern, sondern von den Deponiebauern.

SeneCura. Bürgermeister und NÖ Versicherung an Bord

Der Pflegehausbetreiber SeneCura ist auch Partner am Gesamtprojekt. Dieser beginnt bereits im Herbst auf dem Areal mit der Detailplanung für einen Pflegecampus. Ursprünglich haben wir Bürogebäude mit Shared Offices für die Bewohner geplant, um ihnen eine lange Fahrtzeit zu ersparen. Später kam dann die SeneCura, die in Grafenwörth das Demenzzentrum betreibt, mit der Idde eines Ausbildungscampus samt Hotel, in dem Auszubildende und Pflegekräfte untergebracht werden können.“, erklärt Happel.

Als Partner für das Projekt hat sich die VI-Engineers die Niederösterreichische Versicherung mit an Bord geholt. Die Niederösterreichische Versicherung war es auch, die den Kontakt zum Bürgermeister von Grafenwörth und Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Alfred Riedl hergestellt hat. Riedl war auch einer von sieben Grundstückseigentümern, die ihre Liegenschaften für das Projekt an den Projektentwickler verkauft hatte. 476.000 Euro wurden ihm laut Grundbauch dafür überwiesen. So wie alle ehemaligen Grundstückseigner bekamen auch er nach erfolgreicher Widmung eine bereits im Kaufvertrag festgelegte Zusatzzahlungen.

Neue Planer

Die Planungen für das Gesamtprojekt lagen bis vor kurzem beim Architekturbüro Pichler & Trautmann Architekten ZT. Das Büro hatte den Wettbewerb für sich entschieden und den Vorentwurf samt Visualisierungen geliefert. Dann gab es irgendwann Zoff  und seit kurzem ist das Büro Holzbauer und Partner ZT GmbH am Planen.

Die gesamte Geschichte rund um die Seestadt von Grafenwörth lesen Sie in der kommenden Ausgabe von Building Times.

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