Musterbau Wien Kanal Zentrale in Liesing

Die Wien Kanal erhält in Liesing eine neue Unternehmenszentrale. Der Bau erhält eine PV-Anlage, Dachbegrünung und Energiegewinnung aus Abwasser.

Wien Kanal, Österreichs größter Kanalnetzbetreiber, übersiedelt 2022 die Unternehmenszentrale vom 3. in den 23. Bezirk. Errichtet wird die neue Zentrale auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage Blumental. Insgesamt werden rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am neuen Standort ihren Arbeitsplatz haben. Der Neubau steht dabei ganz im Zeichen des Klimaschutzes, so die Wien Kanal.

„Eine Photovoltaikanlage liefert Strom aus Sonnenlicht. Die Energie zum Heizen und Kühlen wird dem Abwasser entzogen. Auf dem Dach wachsen wasserspeichernde Pflanzen, Kräuter und Gräser und kühlen damit die Decke. So baut die Klimamusterstadt Wien“, erklärt Umweltstadträtin Ulli Sima die Highlights des Projektes.

Schon im Sommer 2006 wurde für den Betriebsstandort der Österreich-weit erste Kanalwärmetauscher im öffentlichen Abwassernetz in Betrieb genommen. Für den Neubau wurde die bestehende Anlage nun erweitert. Über einen 90 Meter langen Wärmetauscher im Kanal in der Großmarktstraße wird Energie in Form von Wärme oder Kälte entzogen, um das Gebäude im Sommer zu kühlen und im Winter zu heizen.

Eine Photovoltaikanlage wurde bereits in Kooperation mit Wien Energie auf einem bestehenden Werkstattgebäude errichtet und produziert jährlich bis zu 150.000 Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Verbrauch von ca. 40 Zweipersonen-Haushalten.

Auch das Bauwerk selbst trägt zur Energieoptimierung bei. Verstellbarer Sonnenschutz und wärmegedämmte Außenwände sind bekannte Maßnahmen um den Primärenergiebedarf zu senken. “Wir gehen einen Schritt weiter und aktivieren den Betonkern des Gebäudes“ erläutert Wien Kanal Direktor Andreas Ilmer eine weitere Maßnahme. Dabei werden Bauteile mit großer Masse, das sind üblicherweise Decken und Wände aus Stahlbeton, zur Temperaturregelung genutzt. Über ein Rohrleitungssystem wird Wärme oder Kälte in die Betonteile übertragen, gespeichert und langsam wieder an die Umgebung abgegeben. Das System ist so ausgelegt, dass insbesondere in den Übergangszeiten, sowohl geheizt als auch gekühlt werden kann. „Durch alle unsere Maßnahmen sind für die Kühlung und Heizung des neuen Gebäudes keine zusätzlichen Energiequellen erforderlich. Neben den ökologischen Vorteilen sparen wir uns dadurch bis zu 100.000 Euro an Energiekosten“ so Ilmer weiter.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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