Herausragende Betonbauten

Der 7. Betonpreis des Güteverbandes Transportbeton wurde virusbedingt vorerst virtuell vergeben. Gewonnen haben die Landesgalerie NÖ von Marte.Marte und eine Rad- und Gehwegbrücke in Gratkorn. Eine Anerkennung ging an den von Architekt Martin Kinzer geplanten Wohnbau in Aldrans (T).

„Noch nie hatten wir so viele Einreichungen wie diesmal, zudem bin ich von der Vielfalt beeindruckt und welche innovativen Leistungen unsere Unternehmen umsetzen. Die architektonische Gestaltung war bei einigen Projekten sehr anspruchsvoll wie die ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll unter Beweis stellen“, erläutert Markus Stumvoll, Präsident des GVTB.

Eingereicht wurden 14 Projekte, aus verschiedenen Kategorien. Im Zentrum der Auszeichnung des Güteverbandes Transportbeton stehen naturgemäß Projekte, die überwiegend mit Transportbeton errichtet wurden. Das eingereichte Bauprojekt muss fertiggestellt und darf nicht älter als drei Jahre sein.

Schräger Sieger-Würfel

Die Landesgalerie Niederösterreich in Krems-Stein an der Donau ist eines der beiden Siegerprojekte. Der Bau beruht auf der kühnen Vision von Marte.Marte Architekten, ausgeführt von Wopfinger Transportbeton und Dywidag Dyckerhoff & Widmann. Basierend auf der elementaren Geometrie eines Quadrates, der sich rotierend und nach oben verjüngend in die Höhe schraubt, ist es den Architekten gelungen, dem massiven Betonbau eine dynamische Bewegung zu verleihen, die ihn nahezu abheben lässt. Hinter der silbrig matten Gebäudehülle aus Titanzinkblech verbirgt sich die massive Betonwand als tragende Konstruktion. Die Lasten werden an den vier Eckpunkten im Untergeschoss durch raumhohe, zwei mal zwei Meter messende massive Stützen abgetragen. Zusätzlich gibt es zwei tragende Kerne: Einen mit zwei Stiegenhäusern, den anderen mit Lift und Versorgungsschächten. Beheizt und gekühlt wird das Gebäude über eine Geothermie-Anlage. Die Energie dafür wird durch Bohrpfähle unterhalb der Fundamente mittels Wärmepumpe gewonnen. Zur Kühlung der Räume wurden die Betondecken bauteilaktiviert und dienen somit als Speichermasse, beheizt wird über eine Fußbodenheizung.

Spannender Verbinder

Die Rad- und Gehwegbrücke in Gratkorn, Steiermark, wurde ebenso zum Sieger des GVTB-Betonpreises 2019 gekürt. Als Bestandteil des regionalen Radverkehrskonzeptes der beiden Gemeinden Gratwein-Straßengel und Gratkorn war eine neue Geh- und Radwegbrücke dringend erforderlich. „Das hätte ein einfacher Steg auch sein können – aber genau deshalb ist besonders hervorzuheben, dass die Gemeinde sich für eine wirklich ästhetisch und materialtechnisch innovative Konstruktion aus ECC-Beton, entschieden hat“, erläutert Juror Johann Kollegger. ECC-Beton – Easy Compacting Concrete – wurde von Rohrdorfer Transportbeton geliefert, der leicht fließende Beton ermöglicht, dass dieser in den allseits geschlossenen Schalkörper von unten eingebracht werden kann und die Luft damit nach oben verdrängt wird, die Strabag zeichnete als ausführendes Unternehmen verantwortlich. Die Konstruktion der Brücke war der erstmalige Versuch, für sehr lange Betonierstrecken ECC-Beton einzusetzen.

Hervorstechende Architektur

Der Wohnbau Aldrans erhielt eine Anerkennung in der Kategorie Design. „Der Wohnbau ist einfach großartig – man schaut von jeder Wohnung in die Berge, der Entwurf ist einfach architektonisch besonders“, so die Jury. Dem Sichtbeton wurde in der Tat nach Plänen von Architekt Martin Kinzner alles andere untergeordnet: Die Leitidee war, das Auffächern von Bauklötzen mit dreiseitig offenen Sichtbetonriegeln. Fröschl AG & Co KG zeichnete als ausführendes Unternehmen wie auch für den Transportbeton verantwortlich. Die Riegel liegen beinahe wie zufällig gestapelt, dreigeschossig übereinander. Bei genauerer Betrachtung ist eine bewusste Anordnung, die der Gesamtbebauung eine gewisse Kleinmaßstäblichkeit verleiht, erkennbar. Die bauteilübergreifende, fugenlose Sichtbetonoptik sowie die konsequente Umsetzung des vorgegebenen Schalungsbildes und des Ankerrasters erforderte höchste Präzision in der Ausführung und planerischen Vorarbeit.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!

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